Papilio-3bis6*:
Ein Präventionsprogramm für den Kindergartenalltag

Papilio verfolgt einen Ansatz, der die Entwicklung von Kindern ganzheitlich und grundlegend fördert.
Das Päventionsprogramm Papilio-3bis6 integriert sich wie selbstverständlich in den Kitaalltag. Abgesehen von der Einführungsphase bedeutet es keinen Mehraufwand, vielmehr unterstützt und erleichtert es die erzieherische Arbeit.
Papilio-3bis6 wirkt auf drei Ebenen: bei den ErzieherInnen**, den Kindern und den Eltern.

Informationen zur Fortbildung für ErzieherInnen

Informationen zu Fortbildung für TrainerInnen

Entwicklungsförderndes Erziehungsverhalten

ErzieherInnen** sind die zentralen VermittlerInnen des Programms. Sie bilden sich im entwicklungsfördernden Erziehungsverhalten fort, führen die Papilio-Maßnahmen mit den Kindern durch und beziehen die Eltern mit ein.
Mehr zum entwicklungsfördernden Erziehungsverhalten

Kindorientierte Maßnahmen

Für die Kinder gibt es bei Papilio-3bis6 drei Maßnahmen:

Ein kleiner Junge streckt ein Stück Pappkarton seitlich von sich in die Höhe.

Spielzeug-macht-Ferien-Tag
Kinder lernen, sich mit sich selbst und mit anderen zu beschäftigen und ohne herkömmliches Spielmaterial kreativ zu spielen. Mehr zum Spielzeug-macht-Ferien-Tag

Zwei Jungen sitzen mit ihrer Erzieherin am Tisch und malen; in der linken, unteren Ecke des Bildes steht eine Sanduhr.

Meins-deinsdeins-unser-Spiel
Im spielerischen Miteinander üben und lernen Kinder soziale Regeln und gegenseitige Unterstützung.
Mehr zum Meins-deinsdeins-unser-Spiel

Ein kleiner Junge hängt ein Foto von sich an die Koboldwand. Die Erzieherin kniet hinter dem Jungen und unterstützt ihn dabei.

Paula und die Kistenkobolde
Mit Paula und den Kistenkobolden lernen Kinder die grundlegenden Gefühle Wut, Traurigkeit, Angst und Freude kennen und wie sie damit umgehen, sowohl bei sich selbst als auch bei anderen. Mehr zu Paula und die Kistenkobolde

Elterngespräche, Elternabende, ElternClub

Die Einbeziehung der Eltern ist bei Papilio-3bis6 Teil des Programms: von Elterngesprächen über Elternabende bis hin zum ElternClub. Letzterer bildet ein eigenständiges Modul im Programm Papilio-3bis6: Er intensiviert den Austausch zu typischen erzieherischen Herausforderungen und verleiht der Erziehungspartnerschaft zwischen ErzieherInnen und Eltern eine ganz neue Qualität.
Mehr zum Papilio-ElternClub

Praktische Hinweise

  • zu den Elternabenden finden Papilio-AnwenderInnen im Newsletter Nr. 10 auf den Seiten 1 und 2.
  • zur Erziehungspartnerschaft mit den Eltern im Newsletter Nr. 20 auf den Seiten 2 - 4.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Der Papilio-Ansatz basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die konkrete Durchführbarkeit und Wirksamkeit des Programms Papilio-3bis6 in Kitas wurde in einem Modellprojekt mit rund 700 Kindern bewiesen.
Mehr zum wissenschaftlichen Hintergrund und zur Studie
Mehr zu den theoretischen Hintergründen der einzelnen Maßnahmen finden Sie bei den Maßnahmen, Links siehe oben.

Warum Prävention schon in der Kita, die Kinder sind doch noch so klein

Warum setzt Papilio-3bis6 so früh an, wo doch im Kindergartenalter nicht von Sucht und Gewalt gesprochen werden kann?

Bestimmte Verhaltensauffälligkeiten sind als Risikofaktoren für die spätere Entwicklung von Sucht und Gewalt bekannt. Grundlegendes soziales Verhalten lernt der Mensch nach Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie im Kindergartenalter. Maßnahmen zum Aufbau der sozial-emotionalen Kompetenzen müssen also bei den 3- bis 7-Jährigen ansetzen. Was in dieser frühen Zeit versäumt oder falsch gelernt wurde, ist später nur schwer nachzuholen oder zu korrigieren.

Papilio-3bis6 stärkt und fördert Kinder - und zielt dabei vor allem auf die sozial-emotionalen Kompetenzen, denn diese sind die Grundlage für psychosoziale Gesundheit und das Erlernen vieler anderen Fähigkeiten. Zudem schützen sie gegen die Entwicklung von Verhaltensproblemen und beugen so Risiken wie Sucht- und Gewaltverhalten vor. Das ist die Basis für ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben im Erwachsenenalter.

Um möglichst viele Kinder zu erreichen und sie nachhaltig zu fördern, geht Papilio den Weg über die ErzieherInnen** in den Kitas. Sie bekommen in einer Fortbildung das Präventionsprogramm Papilio-3bis6 mit konkreten Maßnahmen an die Hand, um die Kinder wirkungsvoll zu fördern und ihr eigenes Erziehungsverhalten zu verbessern. Bisher sind rund 6.500 ErzieherInnen in Deutschland in Papilio-3bis6 fortgebildet.

Sprachförderung - ein Kinderspiel?

Papilio-3bis6 fördert die Sprachentwicklung ganz alltäglich
An Kitas werden heute hohe und viele Anforderungen gestellt, eine unter vielen ist die Sprachförderung. Das Besondere an Papilio-3bis6 ist, dass die Sprachförderung bewusst ins Präventionsprogramm integriert ist. Dabei zielt Papilio-3bis6 auf alle Kinder gleichermaßen, unabhängig davon, ob sie einen Migrationshintergrund haben.

Denn Sprachförderung bedeutet viel mehr als "Deutsch lernen" oder "Japanisch lernen": Ein ausgeprägtes Sprachvermögen ist ein wesentlicher Schutzfaktor im Sinne der frühkindlichen Prävention. Kinder, die sich gut ausdrücken können, können Ideen einbringen und verhandeln, sie verstehen andere und können sich verständlich machen. Die zunehmend ausdifferenzierte sprachliche Ausdrucksfähigkeit ist eine wichtige Basis für sozial-emotionale Kompetenz und die kognitive Entwicklung.

Deshalb pflegt Papilio-3bis6 kein separates Sprachlernmodul, sondern fördert die Sprachentwicklung ganzheitlich. Egal bei welcher Maßnahme - immer ist der bewusste Einsatz von Sprache bei den ErzieherInnen und das sprachliche Sich-Ausdrücken bei den Kindern ein wichtiges Element von Papilio-3bis6.

Weitere Informationen
• zur Sprachförderung mit Papilio-3bis6 finden Sie im Newsletter Nr. 23 auf den Seiten 2 und 3.
• zur Integration von Kindern mit geringen Deutschkenntnissen im Newsletter Nr. 29 auf Seite 7.
• zum Modul Papilio Integration für Kinder mit Fluchterfahrungen.

Besonderheiten: Was Papilio auszeichnet

Die positive Wirkung von Papilio-3bis6 ist wissenschaftlich belegt.

Eine der größten Studien im Kindergartenbereich mit 700 Kindern, deren ErzieherInnen und Eltern konnte zeigen, dass Papilio-3bis6 nachweislich erste Verhaltensauffälligkeiten reduziert und die sozial-emotionale Kompetenz erhöht.

Mehr zum wissenschaftlichen Hintergrund
Wissenschaftliche Veröffentlichungen
Praktische Hinweise zur Wirkung und Umsetzungstreue finden Papilio-AnwenderInnen im Newsletter Nr. 13 auf den Seiten 2 und 3.

Besonders wirksam bei auffälligen Kindern.

Die Papilio-3bis6-Studie konnte zeigen, dass die positiven Effekte besonders deutlich sind bei Kindern, die bereits erste Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Das ist umso bemerkenswerter, als diese Kinder keine Sonderbehandlung erfahren. Das ist wichtig, denn eine Sonderbehandlung birgt die Gefahr, Sonderrollen oder auffällige Verhaltensweisen zu verstärken.

Eine weitere Studie konnte zeigen, dass sich Papilio-3bis6 in Kitas in Brennpunktstadtteilen gut einführen lässt.

Drei Kinder klatschen in die Hände.

Papilio-3bis6 verbessert Schulleistungen.

Obwohl Papilio-3bis6 "nur" ein Kita-Programm ist, konnte die Studie nachweisen, dass Kinder, die Papilio-3bis6 erlebt haben, am Ende der ersten Klasse bessere Noten hatten als vergleichbare Kinder ohne Papilio-Förderung.

Papilio-3bis6 ist Kita-alltagstauglich.

Papilio-3bis6 lässt sich dauerhaft in die Kita-Arbeit einbinden. Deshalb findet es große Akzeptanz bei den ErzieherInnen und kann damit auch seine Wirkung nachhaltig entfalten.
Mehr zur Einführung in Kitas

Papilio-3bis6 stärkt jede Kita.

Kitas, die an Papilio-3bis6 interessiert sind, müssen keine besonderen Voraussetzungen erfüllen. Die ErzieherInnen erwerben in einer Fortbildung das notwendige Wissen, um Papilio-3bis6 in ihren Gruppen einzuführen. Dabei wählt Papilio-3bis6 bewusst den Ansatz über die Kita weil so ein Großteil der Kinder zu erreichen ist - ohne dass Kinder oder Eltern Extra-Aufwand dafür betreiben müssen.

Anhaltend hohe Qualität.

Papilio-Experten begleiten ErzieherInnen bei der erstmaligen Einführung des Präventionsprogramms im Kindergarten und sind für Fragen und Probleme erreichbar. Das sichert die Umsetzung von Papilio-3bis6 in hoher Qualität.
Mehr zur Qualität bei Papilio

Die hohe Qualität und Wirksamkeit von Papilio-3bis6 wird zudem durch eine ganze Reihe von Prüfungen, Untersuchungen und Expertisen unterstützt.
Details im Download Referenzen

Papilio-3bis6 wirkt auf drei Ebenen.

Papilio-3bis6 bezieht Kinder, ErzieherInnen und Eltern ein und erreicht so alle relevanten Gruppen.

Einzigartiger Breitbandeffekt.

Papilio wirkt auf der sozialen, emotionalen und gesundheitlichen Ebene, es ist ein Gesundheitsförderungs- und Präventionsprogramm gleichermaßen.

Die Kistenkobolde bezaubern alle.

Die Kistenkobolde sind die bekanntesten Figuren von Papilio. Sie wurden zusammen mit der Augsburger Puppenkiste entwickelt und gewinnen mit ihrem Marionetten-Charme alle Altersgruppen für sich. Ihre wichtigste Aufgabe ist jedoch, dass Kinder mit ihrer Hilfe emotionale Kompetenzen erwerben.
Mehr zu den Kistenkobolden

Basis des gesamten Programms: die Wissenschaft.

Jenseits spielerischer Maßnahmen und bezaubernder Kobolde basieren alle Entwicklungen und Maßnahmen von Papilio auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Von zentraler Bedeutung ist das international anerkannte Konzept der entwicklungsorientierten Prävention.
Mehr zur entwicklungsorientierten Prävention


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* Das Kindergartenpräventionsprogramm hieß bis 2016 einfach nur "Papilio". Da wir nun aber weitere Programme für die Zielgruppe der Unter-Dreijährigen und für den Übergang in die Grundschule entwickeln, bekam das Kindergartenprogramm einen präziseren Namen: "Papilio-3bis6".

** ErzieherIn verwenden wir vereinfacht für alle pädagogischen Fachkräfte in Kindertagesstätten.