Programme für kommunale Präventionsketten

Papilio bietet Inhalte für Präventionsketten für Kinder von 0 bis 9 Jahren in

Kita und Grundschule

Papilio setzt sich dafür ein, dass Kinder frühzeitig (= rechtzeitig) in ihrer Entwicklung gefördert werden. Denn Entwicklungsförderung ist der beste Beitrag zur Prävention gegen Sucht und Gewalt. Ganz besonders liegen uns Kinder am Herzen, die nicht aus optimalen Verhältnissen kommen. Für diese Kinder sind die Kita und die Grundschule die zweite Chance im Leben. Hierfür entwickelt und verbreitet Papilio Präventionsprogramme und Präventionsmodule. Diese sind optimal geeignet für den Einsatz in kommunalen Präventionsketten.

Prävention bei unter Dreijährigen in der Kita (Krippe): Papilio-U3

Besonders wichtig für die Entwicklung von Kindern unter drei Jahren ist der Aufbau einer sicheren Bindung zu den Bezugspersonen. Angesichts steigender Betreuungszahlen in U3-Kitas (Krippen) erfordert der Bindungsaufbau ErzieherIn-Kind besondere Aufmerksamkeit. Hierfür läuft derzeit ein Modellprojekt in vier Bundesländern. Ende 2019 werden die Ergebnisse der Evaluation vorliegen und das Programm kann ab 2020 eingesetzt werden.

Mehr zum Programm Papilio-U3.

Prävention in der Kita bei Drei- bis Sechsjährigen: Papilio-3bis6

Ausgangspunkt der Papilio-Präventionsaktivitäten war das Programm Papilio-3bis6, das 2003 entwickelt und dann wissenschaftlich evaluiert wurde. Seitdem wird es in Deutschland und mittlerweile auch in Finnland und Belgien erfolgreich eingesetzt. Über 7.000 ErzieherInnen in Deutschland sind darin fortgebildet.

Das Präventionsprogramm Papilio-3bis6 richtet sich an pädagogisches Personal (also v.a. ErzieherInnen) in Kitas, die 3- bis 6-jährige Kinder betreuen. Zu diesem Programm gibt es zwei Module mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen:

  • Der Papilio-ElternClub fördert den intensiven und vertrauensvollen Austausch zwischen Eltern und ErzieherInnen in der Kita. Ziel ist, dass ein Miteinander in der Erziehung gelingt, damit sich eine echte Erziehungspartnerschaft zwischen ErzieherInnen und Eltern aufbaut.
  • Papilio-Integration richtet sich an ErzieherInnen, die Kinder mit Migrationshintergrund und/oder Fluchterfahrungen in ihren Einrichtungen betreuen. Es vermittelt ihnen Methoden für einen guten und sicheren Umgang mit diesen Kindern und ihren Eltern.
    Papilio-Integration kann auch unabhängig von den Papilio-Programmen eingesetzt werden.

Durch die vielen positiven Erfahrungen, die Papilio-ErzieherInnen mit dem Programm Papilio-3bis6 gemacht haben, lag es nahe, das Programm auch für die benachbarten Altersklassen anzubieten.

Prävention in der Grundschule: Papilio-6bis9

Bis April 2019 wird das Programm Papilio-6bis9 entwickelt, das sich an Grundschullehrkräfte und HorterzieherInnen richtet. Danach kann es in Kommunen eingesetzt werden. Wichtige Ziele sind z.B., die Kinder beim Übergang in die Schule zu unterstützen und das sozial-emotionale Lernen zu fördern. Die Entwicklung und Erprobung des Grundschulpräventionsprogramms erfolgte im Rahmen des Präventionsprojekts "Paula kommt in die Schule".

Papilio-Programme in Präventionsketten

Die drei Programme sowie deren Ergänzungen "ElternClub" und "Integration" sind ideal geeignet, um kommunalen Präventionsketten wirksame und nachhaltige Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Was sind kommunale Präventionsketten?

Präventionsketten sind Hilfenetze in Kommunen, die alle Angebote von der Schwangerschaft bis zum Berufsleben miteinander verknüpfen. Je nach Konzept werden z.B. auch Netze für Menschen mit Behinderungen, Geldproblemen oder Krankheiten einbezogen.

Präventionsnetze sind keine neuen, weiteren Netzwerke, sondern es geht darum, bestehende Netzwerke, Angebote und Akteurinnen zusammenzuführen. Entstehen soll eine integrierte kommunale Gesamtstrategie: Alles präventive Handeln soll aufeinander abgestimmt werden. Präventionsketten wollen weg vom Nebeneinander bestehender Netzwerke und Aktivitäten hin zu einem Miteinander.

Das Miteinander beginnt beim Aufbau einer Präventionskette: Vorhandenes wird gemeinsam umstrukturiert. Ein neues Angebot wird nur geschaffen, wenn sich die NetzwerkakteurInnen einig sind, dass es notwendig ist und im Netzwerk fehlt.

In eine Präventionskette werden alle Verantwortlichen einbezogen, die dazu beitragen können, dass die (gemeinsam definierten) Präventionsziele erreicht werden. Die AkteurInnen können also z.B. aus staatlichen und kommunalen Behörden kommen, von Wohlfahrtsträgern oder aus sozial engagierten Vereinen. Sie stimmen sich so miteinander ab, dass Leistungen und Angebote, die bisher voneinander getrennt erbracht wurden, aufeinander abgestimmt und koordiniert werden. Ziel ist eine durchgängige und lückenlose Förderung und Unterstützung.

Kritische Punkte sind die Nahtstellen, Schwellen oder Übergänge – wie immer man sie bezeichnet. Deshalb fördern Präventionsketten vor allem funktionierende Übergänge von einer Entwicklungsphase in die nächste, also z.B. von der Familie in die Kita, von der Kita in die Schule, von der Schule ins Berufsleben.

Leitidee beim Aufbau von Präventionsketten ist immer, dass alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden – auch die, die sonst durchs Netz fallen. Die Präventionskette soll ihnen positive Perspektiven eröffnen – unabhängig vom sozialen Status der Familie.

Weitere Informationen zu Präventionsketten
gibt die Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V.: www.gesundheit-nds.de. Sie erstellte auch das "Werkbuch Präventionskette", Download
www.gesundheit-nds.de/CMS/images/stories/PDFs/Werkbuch-Praeventionskette_Doppelseite.pdf.

Papilio-Programme unterstützen Übergänge

Die Papilio-Programme bieten Kommunen konkrete Handlungsstrategien für ihre Präventionsketten im Kindesalter. Kern aller Papilio-Programme ist die Förderung der sozial-emotionalen Kompetenzen von 0 bis 9 Jahren. Dieser Ansatz zieht sich durch alle Altersstufen.

  • Papilio-U3: gute ErzieherIn-Kind-Interaktion, sichere Bindung, gute Kommunikation mit den Eltern.
  • Papilio-3bis6: Reduzierung erster Verhaltensauffälligkeiten, Gleichaltrigenbeziehungen, soziale Regeln, Erziehungspartnerschaft mit den Eltern.
  • Papilio-6bis9: Übergang von der Kita in die Schule, soziales Lernen, positive Erfahrungen in der Schule.