Papilio in Fachschulen für Erzieher*innen

Chancengerechtigkeit | Gesundheitsförderung | Bildung

Für sozial-emotional starke Kinder

  • Sozial-emotionale Kompetenzen fördern
  • Haltung der Erzieher*innen professionalisieren
  • Praktische Handlungskompetenzen vermitteln

Die Inhalte der Papilio-Präventionsprogramme sind dafür geeignet, in die Ausbildung angehender Erzieher*innen integriert zu werden. Fachschulen im Saarland und in NRW setzen dies bereits um, weitere sind in Vorbereitung und wenn Sie auch daran interessiert sind, können Sie sich jetzt für eines von 15 Stipendien bewerben.

Aktuell: 12.000-€-Stipendien für 15 Fachschulen bundesweit

Als Fachschule wenden Sie sich mit allen Fragen an

Jacqueline Gräubig Papilio

Jacqueline Gräubig, Projektassistenz Papilio in Fachschulen, Fon 0821 4480 8596, kontakt@papilio.de

Bild Ruth Siemes-Frömmer

Ruth Siemes-Frömmer, Pädagogische Leitung Papilio, Fon 0821 4480 8596, ruth.siemes-froemmer@papilio.de.
Wir informieren Sie gerne.

Bewerben Sie sich für das Stipendium!

Hier bekommen Sie das Bewerbungsformular für das bundesweite Fachschul-Stipendium als PDF-Datei zum Download. Bewerbungsschluss: 30. September 2021.

Für mehr inhaltliche Details lesen Sie hier das Exposé zu Papilio in Fachschulen: Chancengerechtigkeit, Gesundheitsförderung, Bildung.


Laufendes Stipendium der alv Foundation

Durch die Unterstützung der alv Foundation, die sich u.a. für die Gesundheit von Kindern durch Stärkung ihrer sozial-emotionalen Kompetenzen engagiert, konnten sechs Stipendien an Fachschulen vergeben werden, die die Programme Papilio-U3 und Papilio-3bis6 in die Ausbildung der Erzieher*innen integrieren möchten.



Mit Papilio bieten Sie Ihren Studierenden Zusatzqualifikationen an. Dabei geht es darum, wie Kinder in Kitas – egal aus welchen Verhältnissen sie kommen – gleichermaßen gefördert werden, damit sich die Chancengerechtigkeit verbessert. Papilio bietet dafür praxiserprobtes Handwerkszeug, das die jungen Erzieher*innen direkt umsetzen können: in Krippen, Kitas, Kindergärten und Horten.

Worum es geht: Chancengerechtigkeit für alle Kinder

Kein Kind kann etwas dafür, in welches Umfeld es hineingeboren wird. Einige werden vernachlässigt, benachteiligt oder ausgegrenzt, andere stark gefördert. Doch diese Ungerechtigkeit darf sich in Kitas und Grundschulen nicht fortsetzen. Erzieher*innen sind wichtige Bezugspersonen, die allen Kindern, unabhängig von Herkunft und sozialem Hintergrund, die gleichen Entwicklungschancen einräumen können. Sie können Kinder im Umgang mit ihren Emotionen fördern, ihre sozialen Kompetenzen stärken und dazu beitragen, dass sie ihre Potenziale entfalten. Damit schützen sie Kinder besser vor späteren negativen Entwicklungen wie Verhaltensauffälligkeiten, psychischen Problemen oder Sucht und Gewalt.

Gerechte Chancen: praxisnah

Niemand, dem Kinder am Herzen liegen, wird die Wichtigkeit dieser Ziele abtun. Doch damit Erzieher*innen dieses große Anliegen auch unterstützen können, brauchen sie mehr als das Wissen um diese Zusammenhänge: Sie brauchen konkretes praktisches Handwerkszeug, um die Kinder im Kita-Alltag gezielt fördern zu können.

Wie es geht: Ein "Werkzeugkasten" für die Praxis

Papilio bietet einen "Werkzeugkasten". Dieses Wort verwenden wir bewusst, um zu zeigen, dass es uns um die alltägliche Praxis geht, um die Anwendung. Im Werkzeugkasten finden Sie Materialien, Vorlagen und Methoden für die verschiedenen Altersgruppen zur Förderung der sozial-emotionalen Kompetenz.

  • Unter Dreijährige
  • Drei- bis Sechsjährige
  • Sechs- bis Neunjährige

Denn jedes Kind braucht eine altersgerechte, individuelle Förderung. Details zu den einzelnen Programmen finden Sie unter:

  • Papilio-U3 – speziell für Studierende, die Kinder unter drei betreuen (werden)
  • Papilio-3bis6 – mehr soziales Miteinander, weniger Auffälligkeiten im Kindergarten
  • Papilio-Integration – für kultursensitive Pädagogik im Kindergarten
  • Papilio-6bis9 – für ein besseres Klassenklima und soziales Lernen in der Grundschule/Nachmittagsbetreuung

Von der Theorie in die Praxis: Methoden für Fachschulen

Neben dem Werkzeugkasten für die Arbeit mit den Kindern bieten wir Ihnen vielfältige Methoden für die Gestaltung des Fachschul-Unterrichts. Mit den Methoden vermitteln Sie den angehenden Erzieher*innen, wie sie Kinder gezielt in dem Bereich der sozial-emotionalen Kompetenzen fördern können. Ihre Lehrkräfte werden zu Papilio-Trainer*innen, inklusive Zertifikat.

Papilio-Erzieherin mit Kind im Kindergarten
Warum sozial-emotionale Kompetenzen wichtig sind

Kinder mit gut ausgebildeten sozial-emotionalen Kompetenzen haben bessere Bildungs- und Gesundheitschancen. Zugleich sind diese Kompetenzen ein Schutzfaktor vor problematischen Entwicklungen.

Emotional kompetente Kinder erkennen Gefühle bei sich selbst und bei anderen. Sie wissen, wie sich Emotionen im eigenen Körper anfühlen, wie sie sich nach außen zeigen (Sprache, Mimik, Haltung) und können diese regulieren. Sie können auch auf Emotionen anderer Menschen angemessen reagieren.

Sozial kompetente Kinder können in einer Gruppe eigene Ziele verwirklichen, ohne dabei andere zu schädigen oder zu benachteiligen oder gegen soziale Normen zu verstoßen.

Mehr Details zur Entwicklung sozial-emotionaler Kompetenzen

Konkrete Inhalte: Haltung, Bindung und Gefühle

Nachfolgend konkrete Informationen, wie Fachschulen angehende Erzieher*innen dazu befähigen, die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder zu fördern:

1. Zentral wichtig: Entwicklungsfördernde Haltung

Dabei geht es immer, egal wie alt die Kinder sind, um Haltung: die entwicklungsfördernde Haltung der Erzieher*innen gegenüber einem Kind. Erzieher*innen sind verantwortlich für das Wohlergehen des Kindes. Ein Kind kann vieles noch nicht.

Diese Haltung erfordert Selbstreflexion. Erzieher*innen kommen dabei z.B. auch mit ihren eigenen Gefühlen in Kontakt:

  • Wie gehe ich mit meinen Gefühlen um?
  • Was machen verschiedene Situationen mit mir?

Mit Papilio unterstützen Sie junge Erzieher*innen dabei, eine professionelle Haltung aufzubauen. Professionell im Sinne von Papilio heißt: theoretisch fundiert, verantwortungsbewusst, altersgerecht, individuell und orientiert am Kind. Es geht immer darum, das Bedürfnis des Kindes wahrzunehmen und darauf angemessen und richtig zu reagieren.

2. Bindung vor Bildung

Ein zentrales Thema bei Kindern unter drei Jahren ist die Bindung. Nur wenn ein Kind eine sichere Bindung zu seiner Bezugsperson aufbaut, fühlt es sich sicher und beginnt zu spielen – und in der Folge zu lernen. Ohne sichere Bindung können Kinder ihre Potenziale nicht entfalten. In der Kita sind die Erzieher*innen die Bindungspersonen – und es hängt allein vom Verhalten der Erzieher*innen (nicht vom Kind) ab, ob Kinder eine Bindung aufbauen können.

Papilio bietet Übungen, wie Erzieher*innen mit Körperhaltung, Emotion Talk und feinfühligem Verhalten den Bindungsaufbau der Kinder fördern.

3. Emotional authentisch: Die Gefühlskobolde

Mit Hilfe unserer Gefühlskobolde Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold lernen die Kinder den Umgang mit Emotionen. Die Lehrkräfte der Fachschule und am Ende auch die Erzieher*innen nutzen Bild- und Ton-Materialien der Augsburger Puppenkiste.

4. Emotionsregulation

Erzieher*innen haben eine große Bedeutung für die Emotionsregulation. Kleine Kinder können Emotionen noch nicht selbst regulieren, weil sie noch gar nicht verstehen, was mit ihnen los ist. Dreijährige jedoch lernen bereits, was Basisemotionen sind und wie sie damit umgehen. Und bei Sechsjährigen kommen Sekundäremotionen wie Schuld und Neid ins Spiel, die weitere Kompetenzen verlangen.

Papilio in der Fachschule bedeutet, dass Sie angehenden Erzieher*innen vermitteln und mit ihnen üben, wie sie die Emotionsregulation der Kinder altersgerecht unterstützen und fördern können.

5. Spielerisch zum Ziel: Spiele für groß und klein

Das ist wissenschaftlich vielfach belegt. Natürlich sieht die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen bei Einjährigen anders aus als bei Achtjährigen. Kinder unter drei Jahren entwickeln hierfür z.B. sogenannte Vorläuferkompetenzen. Wie man diese konkret im Alltag fördert, dafür bekommen Erzieher*innen für diese kleinen Kinder beispielsweise eine Spielesammlung an die Hand. Für die älteren Kinder steht ein kooperatives Gruppenspiel zur Verfügung, bei dem es nur Gewinner gibt.

Papilio Schritt für Schritt in Ihrer Fachschule*

Wenn Sie Papilio in ihrer Fachschule nutzen wollen, wird es passgenau in Ihr Schulungskonzept eingebunden. Dabei unterstützen wir Sie individuell und Schritt für Schritt.

Schritt 1: Einführungsworkshop (1/2 Tag)

Zum Einstieg organisieren wir einen Workshop (siehe unten), in dem wir eine gemeinsame Entscheidungs- und Arbeitsgrundlage schaffen.

Schritt 2: Vorgehensweise schriftlich vereinbaren

Im nächsten Schritt überlegen wir gemeinsam, wie eine optimale Vorgehensweise an Ihrer Schule aussehen könnte. Eine schriftliche Vereinbarung regelt die weitere Zusammenarbeit.

Schritt 3: Fortbildung der Lehrkräfte (2 x 3 ganze Tage)

Lehrkräfte, die die Papilio-relevanten Lernbereiche unterrichten, werden zu Papilio-Trainer*innen fortgebildet.

Qualitätsbegleitung durch Papilio gGmbH
Mit Beginn der Trainer*innen-Fortbildung begleitet unsere Papilio-Fortbildungsleiterin fortlaufend Ihre Fachschule.

Schritt 4: Integration

Sie integrieren die Papilio-Programminhalte in den Lehrplan und unterrichten sie.

Coaching (insgesamt 4 ganze Tage)
Während der Einbindung der Papilio-Inhalte in die lernfeldorientierte Ausbildung begleiten wir Sie: Dabei orientieren sich Inhalte, Methoden und zeitlicher Rahmen an Ihrem Bedarf und werden mit dem Kollegium festgelegt. Wir helfen auch bei allen Fragen, die anschließend im Rahmen des Papilio-Unterrichts aufkommen.

Schritt 5: Studierende können Papilio-3bis6 in der Praxis umsetzen

Diese Möglichkeit ist abhängig von den länderspezifischen Ausbildungsplänen. Die Papilio-Trainer*innen der Fachschule betreuen die Studierenden in der Praxisphase.

Schritt 6: Zertifizierung der Lehrkräfte und der Fachschule*

Nach Abschluss der Fortbildung, Durchführung und Integration der Inhalte in die Ausbildung erhält jede Lehrkraft ein Papilio-Trainer*in-Zertifikat. Zudem erhält die Fachschule ein Zertifikat.

Nach der Zertifizierung: Mitglied im Qualitätsverbund

Mit der Umsetzung der Papilio-Inhalte in den Lehrplan tritt die Schule dem Qualitätsverbund bei. Der Papilio-Qualitätsverbund dient dazu, die Qualität nachhaltig zu sichern und die Zertifikate aufrechtzuerhalten.

Angebote im Rahmen des Qualitätsverbunds sind Fachtagungen, weitere Fortbildungen sowie Austausch und Mitarbeit im Papilio-Netzwerk.

Einführungs- und Orientierungsworkshop für Lehrkräfte an Fachschulen*

Der halbtägige Workshop unterstützt Sie als Fachschule bei der Entscheidung, ob und wie sich ein oder mehrere Papilio-Programme bei Ihnen in die Erzieher*innen-Ausbildung einbinden lassen. Wir arbeiten entlang eines Konzepts und einer Broschüre, in welche die Praxiserfahrungen anderer Fachschul-Lehrkräfte eingeflossen sind, und erörtern ganz konkret die Möglichkeiten der Programm-Integration in Ihren individuellen Schulalltag. Der Workshop klärt auch die gegenseitigen Erwartungen, sowohl von Seiten der Fachschule als auch von Seiten der Papilio gemeinnützige GmbH. Teilnehmen sollte möglichst das ganze Lehrerkollegium, um danach eine gemeinsame Basis für die Zusammenarbeit zu haben.

Beispielhafte Details zum Einführungs- und Orientierungsworkshop: Programm Papilio-3bis6

So läuft die Zusatzqualifikation für die Studierenden

Ziel der Integration von Papilio-Programmen in die Ausbildung an den Fachschulen* ist, dass die Studierenden das oder die Papilio-Programme während und nach ihrer Ausbildung in Kitas umsetzen können. Die Programme erfordern dabei keine separate Fortbildung, sondern ihre Inhalte werden in das Ausbildungscurriculum integriert. Der unterschiedliche Ausbildungsablauf in den Bundesländern wird berücksichtigt.

Schritt 1: Theoretische Basisqualifikation in der Fachschule

Innerhalb der zweijährigen theoretischen Ausbildung zum*zur Erzieher*in werden in den Lernfeldern die Inhalte des jeweiligen Papilio-Programms ermittelt, z.B. theoretische Grundlagen, Elternarbeit etc.

Schritt 2: Praktische Anwendung

In den Kita-Praktika werden die Papilio-Maßnahmen erprobt und reflektiert.

Fortlaufend
Praxisbetreuung durch die Lehrkräfte der Fachschule und Anleiter*innen aus der Praxis = Qualitätssicherung.

Schritt 3: Anerkennung

Mit Abschluss der theoretischen Ausbildung erhalten die Studierenden die Anerkennung in Form einer Teilnahmebescheinigung. Dies entspricht einem Papilio-Basisseminar für Erzieher*innen.
Die Basisqualifikation wird den Erzieher*innen bis zu 2 Jahre nach ihrer Ausbildung anerkannt, sodass sie auch später ein Papilio-Vertiefungsseminar und kollegiale Supervisionen im entsprechenden Programm besuchen und sich zertifizieren lassen können.

Schritt 4: Umsetzung in die Praxis in der Papilio-Kita (= Praxisstelle)

Setzen die angehenden Erzieher*innen im Berufspraktikum/Anerkennungsjahr das Papilio-Programm in der Praxis um, dokumentieren ihr Handeln und schreiben ihre Abschlussarbeit (= Facharbeit) darüber, so erhalten sie am Ende der Ausbildung ihr Papilio-Zertifikat.

Schritt 5: Möglicher Abschluss: Zertifikat Papilio-Erzieher*in

In Bundesländern, in denen im Anschluss an die theoretische Ausbildung ein Anerkennungsjahr vorgesehen ist, können Vertiefungsseminar und Supervisionen auch von der Fachschule angeboten werden. Wenn die Facharbeit zum Ende der Ausbildung Papilio zum Inhalt hat und der Umsetzungsprozess dokumentiert wurde, wird das Papilio-Zertifikat durch die ausbildende Fachschule vergeben.

In Regionen, in denen noch keine Papilio-Kitas zur Verfügung stehen, klärt die Papilio gemeinnützige GmbH zusammen mit der jeweiligen Fachschule, wie die Einbindung von Papilio erfolgt.

Ihr Nutzen als Papilio-Fachschule*

Wenn Sie in der Fachschule Papilio nutzen wollen, bieten wir Ihnen viele Methoden, Materialien und Vorlagen bis hin zu Flipchart-Mustern und PowerPoint-Folien. Aber Papilio ist kein starrer Block in Ihrem Curriculum, sondern wird passgenau in Ihr Schulungskonzept eingearbeitet. Dabei unterstützen wir Sie individuell und partnerschaftlich.

Den Ablauf finden Sie oben unter "Papilio Schritt für Schritt ..."

Ihr Nutzen: Profilierung

Mit Papilio schärfen Sie das Profil Ihrer Fachschule, denn neben der Zertifizierung Ihrer Lehrkräfte als Papilio-Trainer*innen können Sie auch Ihre Schule als Papilio-Fachschule zertifizieren lassen. Auch Erzieher*innen können zertifiziert werden, wenn sie ein Papilio-Programm vollumfänglich in einer Kita umgesetzt haben.


Als Fachschule wenden Sie sich mit allen Fragen an

Jacqueline Gräubig Papilio

Jacqueline Gräubig, Projektassistenz Papilio in Fachschulen, Fon 0821 4480 8596, kontakt@papilio.de

Bild Ruth Siemes-Frömmer

Ruth Siemes-Frömmer, Pädagogische Leitung Papilio, Fon 0821 4480 8596, ruth.siemes-froemmer@papilio.de.
Wir informieren Sie gerne.

 

* Fachschulen für alle Schulen, Akademien und Institute, die ErzieherInnen ausbilden.