Präventionsprojekt Papilio-U3

Seit 2017: Entwicklung eines Präventionsprogramms für Kitas mit Kindern unter drei Jahren

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Präventionspartner von Papilio-U3 ist die BARMER. Die Freie Universität Berlin und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg begleiten das Pilotprojekt wissenschaftlich. Das Projekt läuft drei Jahre.

Ausgangssituation

Immer mehr Kinder werden bereits vor ihrem dritten Lebensjahr in Kitas betreut (siehe unten Zahlen zur Tagesbetreuung). In diesem jungen Alter spielt die Qualität der außerfamiliären Betreuung eine besonders wichtige Rolle für die weitere Entwicklung der Kinder. Vereinzelte Erfahrungen zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen bei Kindern unter Drei liegen bereits aus Papilio-3bis6-Kitas vor, die auch U3-Gruppen betreuen.

Da war es nur folgerichtig, auch für diese kleinen Kinder ein Papilio-Programm zu entwickeln. Der Fokus liegt auf der ErzieherIn-Kind-Interaktion, da sich die sozial-emotionalen Kompetenzen in diesem Alter v.a. in Interaktion mit den Bezugspersonen entwickeln.

Stand des Entwicklungsprojekts

Das Entwicklungsprojekt ist 2017 gestartet.

Im ersten Schritt wurde der theoretische Hintergrund von WissenschaftlerInnen recherchiert. Dies ist wichtig, damit nur Maßnahmen in Erwägung gezogen werden, die nach heutigem Stand der Forschung positive und erwünschte Wirkungen nach sich ziehen.

Dann wurden das Programm, die notwendigen Fortbildungen inklusive Schulungsmaterial sowie die Erhebungstools für die wissenschaftliche Evaluation entwickelt. Parallel dazu wurden TrainerInnen und Kitas gesucht, die am Modellprojekt teilnehmen.

MultiplikatorInnen für die Fortbildung Papilio-U3 in den Modellregionen sind TrainerInnen, die im Frühjahr 2018 für das neue Programm geschult wurden. Die Fortbildungen für U3-ErzieherInnen führten sie von Herbst 2018 bis Mai 2019 durch.

Parallel zur Fortbildung wurden die Inhalte in den Modellkitas bereits umgesetzt.

Von Juni 2018 bis Mitte 2019 lief die Datenerhebung für die wissenschaftliche Evaluation mit drei Messzeitpunkten. Die Datenauswertung läuft.

Seit Herbst 2019 läuft die Schulung der Kitas mit den Kontrollgruppen.

Robert Bosch Stiftung


Aktuell fördert die Robert Bosch Stiftung ein Folgeprojekt zu Papilio-U3.

 

Erzieherin und kleiner Junge.
Zahlen zur Tagesbetreuung von unter Dreijährigen

Seit August 2013 haben Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertageseinrichtung.

Im März 2019 wurden bundesweit 818.500 Kinder unter drei Jahren in einer Kita oder in der Kindertagespflege betreut (www.bmfsfj.de). Die Betreuungsquote hat sich zwischen 2006 (286.000 Kinder) und 2019 im Bundesdurchschnitt um 20 Prozentpunkte erhöht. Die absolute Zahl der betreuten Kinder hat sich in den letzen zehn Jahren etwa verdoppelt (2009: 417.000).

Die meisten Kinder werden in Einrichtungen betreut: 2019 waren es 687.427. In der Tagespflege (Tagesmütter und -väter und Großtagespflege) waren es 136.387 Kinder. Die Differenz zur Gesamtsumme ergibt sich daraus, dass manche Kinder zwei Einrichtungsarten besuchen.

"In den einzelnen Altersjahren sind die Betreuungsquoten sehr unter­schiedlich: So waren bundesweit 1,9 % der Kinder unter einem Jahr in Kindertagesbetreuung. Dagegen haben die Eltern von gut einem Drittel der Einjährigen (37,1 %) ein Angebot der Kindertagesbetreuung in Anspruch genommen, bei den Zweijährigen waren es schon fast zwei Drittel (63,2 %)."

(Statistisches Bundesamt (2019). Pressemitteilung Nr. 379 vom 26. September 2019. www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2019/09/PD19_379_225.html zuletzt abgerufen am 14.4.2020)

Link zu den Daten

www-genesis.destatis.de/genesis/online?sequenz=statistikTabellen&selectionname=22541*