Informationen zum Thema Gewalt

Entwicklungspsychologischen Studien zufolge tritt aggressives Verhalten schon ab dem 2. Lebensjahr auf und gehört als "Trotzphase" zur normalen Entwicklung. Wenn dieses Verhalten in den nächsten Lebensjahren weder vom Kind abgelegt noch durch Interventionsmaßnahmen reduziert werden kann, erhöht sich das Risiko für spätere Verhaltensstörungen. Deswegen ist es wichtig, frühzeitig die Bedingungen wahrzunehmen, die auf ein Risiko für späteres, schwerwiegenderes aggressives Verhalten hindeuten.

Risikobedingungen für Gewalt, die das Kind betreffen, sind z.B.:

  • Frühes impulsives Verhalten
  • Probleme in der Kontrolle des eigenen Verhaltens und der eigenen Emotionen
  • Geringe kognitive Fertigkeiten
  • Schlechte Schulleistungen

Auch Beobachtungen im familiären Kontext und in der Interaktion mit anderen Kindern können auf Gewaltgefährdung hinweisen, z.B.:

  • Frühe Eltern-Kind-Konflikte
  • Inkonsequentes Erziehungsverhalten der Eltern
  • Vernachlässigung, Misshandlung und sexueller Missbrauch der Kinder seitens der Eltern
  • Konflikte zwischen den Eltern bzw. Scheidung
  • Psychische Störungen der Eltern
  • Ablehnung durch Gleichaltrige in der Kita

[Quelle für diese Informationen: Scheithauer, H., Mehren, F., Niebank, K., & Petermann, F. (2003). LOS für Kinder [jetzt Papilio]. Evaluationsstudie - Bericht zum Abschluss der Vorbereitungsphase. Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen.]

Detaillierte Ausführungen zu den Begriffen Aggression und Gewalt finden Sie im Fachbuch:

Mayer H., Heim P., Peter, C., Scheithauer H. (2016). Papilio. Ein Programm für Kindertagesstätten zur Prävention von Verhaltensproblemen und zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenz. Ein Beitrag zur Sucht- und Gewaltprävention. Theorie und Grundlagen. 4. überarb. u. erg. Aufl. Augsburg: Papilio Verlag. S. 73 ff.

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Frühkindliche Prävention
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