Jahres- und Wirkungsbericht 2017 nach Social-Reporting-Standard (SRS)

Papilio Jahres- und Wirkungsbericht 2017

Im März 2018 veröffentlichte der Papilio e.V. seinen achten Geschäftsbericht. Basis des Berichts ist der Social-Reporting-Standard (SRS). Mit diesem Standard positioniert sich Papilio als Sozialunternehmen, das nicht nur Gutes tun möchte, sondern sein Engagement auch transparent nach außen kommuniziert. Der Papilio-SRS gilt als Best-Practice-Beispiel für andere Sozialunternehmen.

Papilio Jahres- und Wirkungsbericht 2017 (3 MB)

Das Programm Papilio wurde vor 14 Jahren entwickelt, seit Juli 2010 ist Papilio ein selbstständiges Sozialunternehmen und hat mittlerweile 17 Mitarbeiter. Mehr als 6.900 ErzieherInnen wurden bisher in Papilio fortgebildet. Über sie profitieren bundesweit weit mehr als 138.000 Kinder.

Wachstum und Veränderungen in 2017

2017 war für Papilio „reich“: arbeitsreich, ergebnisreich und erfolgreich. Das ist für uns alles andere als selbstverständlich. Denn nach dem Tod der Papilio-Gründerin Heidrun Mayer und dem Verlust von fünf Mitarbeiterinnen (Mutterschaften und Kündigungen) in 2016 ging es zunächst darum, Papilio zu stabilisieren.

Gleichzeitig mussten wir wachsen, denn 2017 begann die intensive Arbeit an zwei neuen Programmen: dem Präventionsprojekt „Paula kommt in die Schule“ für 6- bis 9-jährige Grundschüler und Papilio-U3 für Kinder unter drei Jahren. Zudem haben wir 2017 die Entwicklung der Fortbildung Papilio-Integration abgeschlossen und konnten Stipendien für die Papilio-ElternClub-Fortbildungen auflegen.

Die Entwicklungen verändern Papilio

Wir können nicht mehr einfach nur vom „Programm Papilio“ sprechen. Papilio ist künftig ein Anbieter von drei Programmen, die 2017 auch Namen bekommen haben: Papilio-U3, Papilio-3bis6 und Papilio-6bis9. Das neue Wording wurde bereits im Jahresbericht und auf dieser, 2017 erneuerten, Website umgesetzt.

Neue Projekte und Meilensteine

Eine weitere arbeits- und erfolgreiche Aktivität war die Fortbildung von 9 neuen Papilio-Trainerinnen. Damit können wir Papilio in neue Regionen bringen – und ins deutschsprachige Ostbelgien. Nach Finnland erobert Papilio also ein weiteres europäisches Land.

Output Implementierung und Fortbildung

Im Jahr 2017 wurden in Deutschland

  • 9 TrainerInnen fortgebildet,
  • 310 ErzieherInnen fortgebildet und
  • 6.200 Kinder erreicht.
  • eine Qualitätsverbundstagung für TrainerInnen durchgeführt.
  • 35 Fortbildungsveranstaltungen mit 113 TeilnehmerInnen z. T. in der Papilio Akademie, z. T. bei den Trägerinstitutionen erfolgreich durchgeführt. Diese 113 ErzieherInnen sind in der Anzahl in folgenden Bundesländern vertreten: Baden-Württemberg 15, Bayern 15, Hessen 31 und Nordrhein-Westfalen 52.
  • Erarbeitung neuer Namen für die Papilio-Programme und Module, da der einheitliche Begriff „Papilio“ für Anbieter, Ansatz und Kindergartenprogramm nicht mehr genügte.
  • Anpassung von Arbeits- und Fortbildungsunterlagen an die neuen Namen.
  • Im Herbst 2017 Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe in Bayern. Das eröffnet neue Möglichkeiten für
    die Verbreitung von Papilio-3bis6.

Auszeichnung

Im Oktober gewann Papilio den zweiten Preis beim fit4futureProjekt-Award, verbunden mit einem Preisgeld von EUR 1.500,–.

Output Weiterentwicklung

  • Entwicklung des neuen Programms Papilio-6bis9 für Grundschüler bzw.den Übergang Kita-Grundschule: 2017 Erarbeitung der Curricula für die Fortbildungen und der Instrumente  für die Befragungen. Akquise von Teilnehmerinnen. Fortbildung der Papilio-6bis9-Trainerinnen. Start der LehrerInnen-Fortbildung.
  • Entwicklung des neuen Programms Papilio-U3 für Kinder unter 3 Jahren: Recherche der theoretischen Hintergründe. Erarbeitung der Curricula für die Fortbildungen und der Auswertungsmethoden, insbesondere der Videoanalysen. Akquise von TeilnehmerInnen.
  • Seit April 2015 führt Papilio eine Studie zur Teamentwicklung im Rahmen der Basis-Fortbildungen durch, welche u.a. die Entwicklungen in der Teamzusammenarbeit und -kooperation sowie die Arbeitsbelastungen von pädagogischen Fachkräften untersucht, die an den Papilio-Fortbildungen teilnehmen.

Output Netzwerkarbeit

  • Besuch von Informationsveranstaltungen mit dem Ziel, Neukontakte und Interessenten für Papilio zu gewinnen. Bei 13 Veranstaltungen wurde die Arbeit von Papilio präsentiert und in der Folge konnten neue Papilio-TrainerInnen gewonnen und ErzieherInnen fortgebildet werden.
  • 37 Netzwerktermine bei präventionsrelevanten Tagungen, Verbänden und anderen Veranstaltungen, zum Teil mit Präsentation von Papilio. Intensiver Kontakt besteht zum Bundesministerium für Gesundheit.

Output Öffentlichkeitsarbeit und Marketing

  • Erarbeitung eines Kommunikationskonzeptes mit Priorisierung der Ziele, Zielgruppen und Kommunikationswege.
  • 13 Tourtage gemeinsam mit der Augsburger Puppenkiste
  • Versand von 40 Pressemitteilungen und Durchführung von 13 Pressegesprächen, darunter eines mit Bundesjustizminister Heiko Maas zur Präsentation von Papilio-Integration und eines mit der ehemaligen NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens zum Präventionsprojekt „Paula kommt in die Schule“.
  • 278 Veröffentlichungen in Online- und Printmedien, z. T. auch in TV und Hörfunk
  • 4 Werbeanzeigen und 1 Fachartikel in Fachzeitschriften
  • Gewinnung neuer Schirmherrinnen:
    Barbara Steffens, ehemalige Gesundheitsministerin in NordrheinWestfalen, wird Schirmherrin des Präventionsprojekts „Paula kommt in die Schule“.
    Petra Grimm-Benne, Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration, wird Schirmherrin für die Prävention mit Papilio in Sachsen-Anhalt.
  • Regelmäßige Facebook-Aktivitäten
  • 15 Messeauftritte und Fachvorträge, z. B. „Kongress Armut und Gesundheit“
  • Über 850 verkaufte Bücher, CDs und DVDs

Ausblick 2018

Die gesteckten Ziele im Rahmen der Finanzplanung und der sozialen Wirkung (Social Impact) konnten in 2017 vollumfänglich erreicht werden. Die im Businessplan angesetzten Meilensteine wurden uneingeschränkt erreicht.

Es wird weiter stetig am Ausbau von Papilio mit der Unterstützung von verschiedenen Förderern gearbeitet. In 2017 konnte Papilio mit den bestehenden Förderern weitere Verträge schließen und eine weitere Förderung ist hinzugekommen, so dass eine solide Wirtschaftslage attestiert werden kann. Dies gilt auch für 2018.

Social-Reporting-Standard (SRS)

Die Kriterien für die SRS-Kriterien wurden entwickelt, um im Markt der engagierten Projekte einen vergleichbaren Standard zu etablieren. Beteiligt am SR-Standard sind Stiftungen, Kapitalgeber, Sozialunternehmer-Netzwerke, Wirtschaftsprüfer und Wissenschaftler.

Mehr unter www.social-reporting-standard.de