Präventionsprojekt "Paula kommt in die Schule" - Präventionsprogramm Papilio-6bis9

Papilio hat ein Präventionsprogramm für Grundschulen entwickelt: Papilio-6bis9. Es wurde im Rahmen einer Pilotstudie (Präventionsprojekt "Paula kommt in die Schule") von 2016 bis 2019 in Schulen in drei Bundesländern getestet und wird derzeit wissenschaftlich ausgewertet. Die Rückmeldungen von den LehrerInnen sind sehr positiv. Aktuell wird eine Folgestudie geplant, um die Ergebnisse der Pilotphase auf eine breitere Basis zu stellen.

Präventionspartner KNAPPSCHAFT

Präventionspartner KNAPPSCHAFT

Kooperationspartner des Präventionsprojekts "Paula kommt in die Schule" ist die KNAPPSCHAFT. Die Freie Universität Berlin begleitet das Pilotprojekt wissenschaftlich.

Informationen zum Präventionsprojekt und zum Programm

"Paula kommt in die Schule" richtet sich an Kinder von sechs bis neun Jahren und soll den Übergang in die Grundschule erleichtern. Zentrale Ansätze sind, die sozial-emotionalen Kompetenzen der Kinder zu stärken und Verhaltensauffälligkeiten zu reduzieren. Das schützt sie gegen Risiken, die im Jugendalter zu Sucht und Gewalt führen können. Entstanden ist ein im Schulalltag umsetzbares Präventionsprogramm für Grundschulen. Die Wirksamkeit soll nachgewiesen werden.

GrundschullehrerInnen sind die zentralen Vermittlungspersonen sein. Sie absolvieren eine viertägige Fortbildung, in der praktische Maßnahmen und Theorie zum entwicklungsorientierten Präventionsansatz vermittelt werden. Anschließend setzen die LehrerInnen das Präventionsprogramm im Grundschulalltag um.

Augsburger Puppenkiste spielt "Paula kommt in die Schule"

Ein zentrales Element des Projekts ist die Geschichte "Paula kommt in die Schule". Hauptdarsteller sind die Gefühlskobolde Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold, die die Kinder bereits im Unterricht über Wochen kennen lernen. Mit Hilfe der Kobolde lernen die Kinder vor allem, ihre Emotionen wahrzunehmen, zu regulieren und auszudrücken. Sie helfen den Kindern zusammen mit Paula insbesondere beim Umgang mit neuen Gefühlen wie Neid, Schuld, Scham und Stolz. Emotionale Kompetenzen sollen Verhaltensauffälligkeiten reduzieren und die Kinder auf lange Sicht stark machen gegen Sucht und Gewalt. Weitere Maßnahmen des Präventionsprogramms zielen mehr auf die soziale Kompetenz.

Insgesamt geht es um sozial-emotionales Lernen in der Schule. Die Grundschule soll ein sozialer Lernort werden und nicht nur der Wissensvermittlung dienen.

Premiere: 1. Tour mit der Augsburger Puppenkiste "Paula kommt in die Schule"

Das Stück wird nicht nur in der Schule eingesetzt, sondern auch von der Augsburger Puppenkiste aufgeführt. Im Oktober 2018 waren die Premierenwochen, vor allem für Schulen und Horte, die an der Pilotphase teillgenommen hatten. Die Termine im Rückblick:

Nordrhein-Westfalen

Montag

8. Oktober 2018

Warstein Neue Aula Belecke
Pietrapaola-Platz 4

Dienstag

9. Oktober 2018 Iserlohn Saatschule
Saatweg 31

Mittwoch

10. Oktober 2018 Wesel SCALA Kulturspielhaus
Wilhelmstr. 8

Donnerstag

11. Oktober 2018 Bochum Grundschule auf dem Alten Kamp
Auf dem Alten Kamp 35/37

Freitag

12. Oktober 2018 Bochum Dietrich Bonhoeffer Schule
Ruhrstr. 150

Brandenburg

Dienstag

16. Oktober 2018 Müncheberg Stadtpfarrkirche Müncheberg
Ernst-Thälmann-Str. 52

Mittwoch

17. Oktober 2018 Cottbus Erich Kästner Grundschule
Puschkinpromenade 6

Donnerstag

18. Oktober 2018 Cottbus Stadthaus
Erich-Kästner-Platz 1

Bayern

Montag

18. März 2019 Augsburg Grundschule Hochzoll-Süd
Höfatsstr. 27

Dienstag

19. März 2019 Augsburg Grundschule Hochzoll-Süd
Höfatsstr. 27

 

Stand des Präventionsprojekts "Paula kommt in die Schule"

Vorbereitung bis 2016

Vorüberlegungen, Projektierung der Pilotphase und Projektstart.

In der Vorbereitungsphase wurde eine Pilotschulung mit GrundschullehrerInnen und Hort-ErzieherInnen in Cottbus durchgeführt und wurden Fokusgruppeninterviews mit GrundschullehrerInnen in NRW geführt und ausgewertet.

Seit Januar 2017

Recherche der wissenschaftlichen Grundlagen.

Entwicklung der Programminhalte und darauf aufbauend der Fortbildungen.

Bereits in dieser Phase der Entwicklung werden GrundschullehrerInnen einbezogen, um die praktische Umsetzbarkeit zu sichern.

Mai 2017

Praxisstart für Papilio-TrainerInnen.

Regionale TrainerInnen werden in den Modellregionen die Lehrkräfte in den Grundschulen fortbilden, betreuen und unterstützen.

Juli und September 2017

TrainerInnen-Fortbildungen in Berlin und Bonn.

15. November 2017

Paula kommt nach Bochum: Offizieller Startschuss in die Praxisphase. Am Pilotprojekt werden mindestens 25 Schulen aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern teilnehmen.

Seit Dezember 2017

Fortbildungen der GrundschullehrerInnen in den Modellregionen beginnen.

In der Fortbildung wird GrundschullehrerInnen und HorterzieherInnen vermittelt, wie sie mit ihrer Erziehung eine positive Entwicklung der Kinder fördern und die Eltern einbeziehen können.

 

Parallel dazu inszeniert die Augsburger Puppenkiste als Kooperationspartner die Geschichte "Paula kommt in die Schule".

Seit Frühjahr 2018

Einführung und Durchführung des Präventionsprogramms in den Modell-Grundschulen mit begleitender wissenschaftlicher Datenerhebung.

Oktober 2018

Die Augsburger Puppenkiste geht bundesweit auf Tournee mit "Paula kommt in die Schule" und besucht die Modellschulen des Präventionsprojekts.

April 2019

Überarbeitung der Materialien anhand des Feedbacks der StudienteilnehmerInnen.

läuft

Wissenschaftliche Auswertung der Pilotstudie.

  Parallel führen die Wartekontrollgruppen das Präventionsprogramm ein, also die Grundschulen, die aus Vergleichsgründen zunächst nicht mit dem neuen Programm arbeiten durften.

Positionen zum Präventionsprojekt

Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT

Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT:
"Unsere langjährigen Erfahrungen zeigen, dass wir als KNAPPSCHAFT im Bereich Prävention überzeugende Ansätze haben und viele Kinder und Jugendliche mit unseren Projekten erreichen. Dass wir jetzt gemeinsam mit Papilio die Entwicklungsphase zwischen Kindergarten und Grundschule abdecken, erweitert und ergänzt unser Portfolio. Wir wollen die Kinder frühzeitig in ihrer physischen und psychischen Gesundheit stärken. Mit Papilio setzen wir auf 'erlebbare' Prävention, nah an den Kindern, Eltern und Fachkräften."


Heidi Scheer - Geschäftsführende Gesellschafterin Papilio

Heidi Scheer, geschäftsführende Gesellschafterin von Papilio:
"Wir planen seit Jahren den Übergang in die Grundschule - unter anderem, weil uns Lehrerinnen und Lehrer danach fragen, die positive Erfahrungen mit Kindern aus Papilio-Kitas machen. Im Sinne einer Präventionskette ist das Grundschulprojekt eine wichtige Fortsetzung der Prävention, die wir in der Kita beginnen."