Präventionsprogramm Papilio-6bis9

Programm für Gesundheitsförderung und Prävention für Kinder von 6 bis 9 Jahren in Grundschulen und Nachmittagsbetreuungen

  • Sozial-emotionales Lernen
  • Positives Klassenklima fördern
  • Negativen Entwicklungen vorbeugen und Bildungschancen erhöhen

Für dieses Programm bieten wir eine Fortbildung zur Papilio-6bis9-TrainerIn sowie für Lehrkräfte an Grundschulen und pädagogisches Fachpersonal in Horten und Nachmittagsbetreuungen an.

Aktuelle Termine TrainerIn-Fortbildung
Block 1: 30. März - 1. April 2020
Block 2: 4. Mai - 6. Mai 2020
Detaillierte Informationen zur TrainerIn-Fortbildung Papilio-6bis9

Aktuelle Termine Fortbildung für LehrerInnen und pädagogische Fachkräfte
Modul 1: Montag, 11. Mai 2020
Modul 2: Montag, 18. Mai 2020
Modul 3: Dienstag, 19. Mai 2020
Detaillierte Informationen für LehrerInnen und pädagogische Fachkräfte

Bei Interesse an einer Fortbildung zu Papilio-6bis9 wenden Sie sich gerne an:

Felicitas Bernhardt, Fon 0821 4480 8596, grundschule@papilio.de.

 

Prävention gehört in die Schultüte

Problematische Entwicklungen wie Sucht und Gewalt bei Jugendlichen kommen nicht aus dem Nichts. Studien zeigen, dass Risikofaktoren bereits im Kindesalter auftreten, und ebenso früh werden Schutzfaktoren gegen problematische Entwicklungen angelegt.

Wer also Kinder für die Zukunft zu starken und gesunden Persönlichkeiten machen will, muss möglichst früh ansetzen und zwei Ziele verfolgen:

  • Schutzfaktoren fördern: Das sind vor allem die sozial-emotionalen Kompetenzen.
  • Risikofaktoren reduzieren: Das betrifft erste Verhaltensauffälligkeiten

Die Ziele von Papilio-6bis9

Papilio-6bis9 hat vier Hauptziele:

  • Sozial-emotionale Kompetenzen fördern
  • Positives Klassenklima schaffen
  • Exekutivfunktionen fördern
  • Problemlösefertigkeiten fördern

Wer Schulkinder fördern will, braucht die Lehrkräfte

Papilio-6bis9 ist getragen von der Überzeugung, dass Lehrkräfte eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung der Kinder einnehmen. In einer 3-tägigen Fortbildung werden sie dafür fit gemacht das Programm mit den Kindern im Unterricht umzusetzen. Ausgangspunkt sind Erkenntnisse der positiven Psychologie, dass Positives den Menschen öffnet und diese Offenheit/Neugier Lernprozesse fördert.

Was passiert in der Schule?

Die Lehrkräfte setzen 27 Einheiten à 45 Minuten um. Die Einheiten umfassen Spiele, Geschichten, Rituale, Übungen etc. und lassen sich in fünf Themen gruppieren:

  • Thema 1: Positives Verhalten in der Klasse
  • Thema 2: Umgang mit Basisgefühlen
  • Thema 3: Umgang mit komplexen Gefühlen und Lösungen von Problemen
  • Thema 4: Besser lernen in der Klasse
  • Thema 5: Wohlfühlen in der Klasse

Hier finden Sie detaillierte Informationen zum Präventionsprogramm Papilio-6bis9.

Die Augsburger Puppenkiste - "Paula kommt in die Schule"

Besonderheit der Themen 3 und 4 ist die Zusammenarbeit mit der Augsburger Puppenkiste. Die Paula-Geschichten sind als Marionettentheaterstücke inszeniert und die Gefühlskobolde Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold helfen den Kindern beim Umgang mit Emotionen.

Augsburger Puppenkiste spielt "Paula kommt in die Schule"

Ein attraktives Element des Programms ist die Geschichte "Paula kommt in die Schule", die extra von der Augsburger Puppenkiste für Papilio geschrieben wurde. Hauptdarsteller sind die Gefühlskobolde Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold, die die Kinder bereits im Unterricht über Wochen kennen lernen. Mit Hilfe der Kobolde lernen die Kinder vor allem, ihre Emotionen wahrzunehmen, zu regulieren und auszudrücken. Sie helfen den Kindern zusammen mit Paula insbesondere beim Umgang mit neuen Gefühlen wie Neid, Schuld, Scham und Stolz.

  • Im Unterricht werden Bild- und Ton-Materialien der Augsburger Puppenkiste eingesetzt.
  • Als besonderes Event kann die Augsburger Puppenkiste vor Ort das Stück aufführen. Das eröffnet den Kindern vertieftes Lernen.
  • Darüber hinaus bietet dieses Event in der Kommune die Chance, Partner in der Bildung und Prävention miteinander ins Gespräch zu bringen.

Premiere: 1. Tour mit der Augsburger Puppenkiste und dem neuen Stück "Paula kommt in die Schule"

Im Oktober 2018 ging das Stück erstmalig auf Tour. An den Aufführungen in den Premierenwochen nahmen vor allem Schulen und Horte teil, die an der Studie zum gleichnamigen Präventionsprojekt beteiligt waren. Die Termine im Rückblick:

Nordrhein-Westfalen

Montag

8. Oktober 2018

Warstein Neue Aula Belecke
Pietrapaola-Platz 4

Dienstag

9. Oktober 2018 Iserlohn Saatschule
Saatweg 31

Mittwoch

10. Oktober 2018 Wesel SCALA Kulturspielhaus
Wilhelmstr. 8

Donnerstag

11. Oktober 2018 Bochum Grundschule auf dem Alten Kamp
Auf dem Alten Kamp 35/37

Freitag

12. Oktober 2018 Bochum Dietrich Bonhoeffer Schule
Ruhrstr. 150

Brandenburg

Dienstag

16. Oktober 2018 Müncheberg Stadtpfarrkirche Müncheberg
Ernst-Thälmann-Str. 52

Mittwoch

17. Oktober 2018 Cottbus Erich Kästner Grundschule
Puschkinpromenade 6

Donnerstag

18. Oktober 2018 Cottbus Stadthaus
Erich-Kästner-Platz 1

Bayern

Montag

18. März 2019 Augsburg Grundschule Hochzoll-Süd
Höfatsstr. 27

Dienstag

19. März 2019 Augsburg Grundschule Hochzoll-Süd
Höfatsstr. 27

 

Was macht das Grundschulprogramm einzigartig?

  • Nach der Einführung verstetigen sich Methoden und Rituale im Schulalltag. So profitieren alle (!) Kinder davon, egal in welcher Entwicklungsphase sie gerade stehen.
  • Es fördert die positive Interaktion zwischen Lehrkraft und Kind.
  • Es orientiert sich am konkreten Bedarf der Schule. Die Lehrkräfte führen es durch und gestalten so das Lernumfeld.
  • Das Programm verbessert die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Nachmittagsbetreuung, da beide mit Papilio-6bis9 arbeiten können.
  • Es fördert alle Kinder, ohne einzelne Kinder zu stigmatisieren.

Entwicklung und Partner

Das Programm Papilio-6bis9 wurde 2016-2019 entwickelt und nutzt wissenschaftlich fundierte Ansätze. Die Pilotphase mit begleitender Studie wird derzeit wissenschaftlich ausgewertet. Eine größer angelegte Modellohase ist geplant.

Die KNAPPSCHAFT ermöglichte die Programmentwicklung, erstmalige Durchführung und Evaluation.

Wissenschaftlicher Partner ist Univ.-Prof. Dr. Herbert Scheithauer von der Freien Universität Berlin. 2018 lief die Modellphase mit Praxistest und Pilotstudie. Die Ergebnisse der Evaluation sind Ende 2019 zu erwarten.

Die Zeitschrift Grundschule veröffentlichte Ende 2018 ein Interview mit Univ.-Prof. Dr. Herbert Scheithauer zum Programm Papilio-6bis9: Die Schule als sozialer Lernort

Bild von Heidi Scheer

"Wir hatten seit Jahren den Übergang in die Grundschule geplant - unter anderem, weil uns Lehrerinnen und Lehrer danach fragten, die positive Erfahrungen mit Kindern aus Papilio-Kitas gemacht hatten. Nun konnten wir dieses Programm entwickeln und freuen uns über die positiven Rückmeldungen aus der Praxis. Im Sinne einer Präventionskette ist das Grundschulprogramm eine wichtige Fortsetzung der Prävention, die wir in der Kita beginnen."

Heidi Scheer

Geschäftsführende Gesellschafterin von Papilio

2016 - 2019: Präventionsprojekt "Paula kommt in die Schule"

Präventionsprojekt "Paula kommt in die Schule"

Papilio hat ein Präventionsprogramm für Grundschulen entwickelt: Papilio-6bis9. Es wurde im Rahmen einer Pilotstudie (Präventionsprojekt "Paula kommt in die Schule") von 2016 bis 2019 in Schulen in drei Bundesländern getestet und wird derzeit wissenschaftlich ausgewertet. Die Rückmeldungen von den LehrerInnen sind sehr positiv. Aktuell wird eine Folgestudie geplant, um die Ergebnisse der Pilotphase auf eine breitere Basis zu stellen.

Präventionspartner KNAPPSCHAFT

Präventionspartner KNAPPSCHAFT

Kooperationspartner des Präventionsprojekts "Paula kommt in die Schule" ist die KNAPPSCHAFT. Die Freie Universität Berlin begleitet das Pilotprojekt wissenschaftlich.

Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT

Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT:
"Unsere langjährigen Erfahrungen zeigen, dass wir als KNAPPSCHAFT im Bereich Prävention überzeugende Ansätze haben und viele Kinder und Jugendliche mit unseren Projekten erreichen. Dass wir jetzt gemeinsam mit Papilio die Entwicklungsphase zwischen Kindergarten und Grundschule abdecken, erweitert und ergänzt unser Portfolio. Wir wollen die Kinder frühzeitig in ihrer physischen und psychischen Gesundheit stärken. Mit Papilio setzen wir auf 'erlebbare' Prävention, nah an den Kindern, Eltern und Fachkräften."


Stand des Präventionsprojekts "Paula kommt in die Schule"

Vorbereitung bis 2016

Vorüberlegungen, Projektierung der Pilotphase und Projektstart.

In der Vorbereitungsphase wurde eine Pilotschulung mit GrundschullehrerInnen und Hort-ErzieherInnen in Cottbus durchgeführt und wurden Fokusgruppeninterviews mit GrundschullehrerInnen in NRW geführt und ausgewertet.

Seit Januar 2017

Recherche der wissenschaftlichen Grundlagen.

Entwicklung der Programminhalte und darauf aufbauend der Fortbildungen.

Bereits in dieser Phase der Entwicklung werden GrundschullehrerInnen einbezogen, um die praktische Umsetzbarkeit zu sichern.

Mai 2017

Praxisstart für Papilio-TrainerInnen.

Regionale TrainerInnen werden in den Modellregionen die Lehrkräfte in den Grundschulen fortbilden, betreuen und unterstützen.

Juli und September 2017

TrainerInnen-Fortbildungen in Berlin und Bonn.

15. November 2017

Paula kommt nach Bochum: Offizieller Startschuss in die Praxisphase. Am Pilotprojekt werden mindestens 25 Schulen aus Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern teilnehmen.

Seit Dezember 2017

Fortbildungen der GrundschullehrerInnen in den Modellregionen beginnen.

In der Fortbildung wird GrundschullehrerInnen und HorterzieherInnen vermittelt, wie sie mit ihrer Erziehung eine positive Entwicklung der Kinder fördern und die Eltern einbeziehen können.

 

Parallel dazu inszeniert die Augsburger Puppenkiste als Kooperationspartner die Geschichte "Paula kommt in die Schule".

Seit Frühjahr 2018

Einführung und Durchführung des Präventionsprogramms in den Modell-Grundschulen mit begleitender wissenschaftlicher Datenerhebung.

Oktober 2018

Die Augsburger Puppenkiste geht bundesweit auf Tournee mit "Paula kommt in die Schule" und besucht die Modellschulen des Präventionsprojekts.

April 2019

Überarbeitung der Materialien anhand des Feedbacks der StudienteilnehmerInnen.

bis Sommer 2019

Mit den überarbeiteten Materialien führen die Wartekontrollgruppen das Präventionsprogramm ein, also die Grundschulen, die aus Vergleichsgründen zunächst nicht mit dem neuen Programm arbeiten durften.

läuft

Wissenschaftliche Auswertung der Pilotstudie.