Wissenschaft

Das Fundament unserer Arbeit: Wissenschaft begleitet Papilio von Anbeginn an, von der Entwicklung über die Evalution bis zur Qualitätssicherung.

Wissenschaft aus Verantwortung

Für die Kinder, die wir erreichen. Für die Fachkräfte, die mit Papilio arbeiten. Für jede Kommune, die Papilio einführt.

Papilio wirkt, und das ist wissenschaftlich belegt. Wissenschaft ist für uns dabei keine Auszeichnung, sondern eine Verantwortung: Wir wollen Kindern nichts anbieten, von dem wir nur davon ausgehen, dass es hilft. Wir wollen es wissen. Deshalb begleitet Wissenschaft jeden Schritt von Papilio, von der Entwicklung über die Umsetzung bis zur ständigen Verbesserung. Das gibt allen Sicherheit, die mit Papilio arbeiten.

Von der Wissenschaft in die Praxis und zurück

Bei Papilio gehen Wissenschaft und Praxis keine getrennten Wege. Sie bilden einen Kreislauf, in dem jede Station die nächste trägt.
Am Anfang steht ein Impuls: Anwender:innen, Wissenschaft oder Partner bringen eine Frage oder einen Bedarf ein. Was brauchen Kinder gerade? Wo stoßen Fach- und Lehrkräfte an ihre Grenzen?
Eine Erkundung des Feldes führt ggf. zu einer Erweiterung oder Überarbeitung des Angebotes. Programmentwicklungen werden dabei nach dem Intervention Mapping Approach vorgenommen.
In der Praxis zeigt sich dann, ob es trägt: Das Programm wird umgesetzt, seine Wirkung mit randomisierten, kontrollierten Studien überprüft und veröffentlicht. Die langfristige Qualitätssicherung hält die Wirkung anschließend hoch – und liefert zugleich die nächsten Impulse, mit denen der Kreislauf neu beginnt.

Wer Papilio wissenschaftlich begleitet

Hinter Papilio stehen Menschen, die seit über 20 Jahren dafür einstehen, dass es hält, was es verspricht:

Univ.-Prof. Dr. Herbert Scheithauer, Freie Universität Berlin, begleitet Papilio als Entwicklungspsychologe seit der Gründung. Er und sein Team beraten in der Theorieentwicklung, führen die aufwändigsten Evaluationsstudien durch und sorgen dafür, dass Papilio dem aktuellen Stand der Forschung entspricht.

Dr. Ina Bovenschen, Deutsches Jugendinstitut, begleitet das Programm Papilio-U3 und berät zu allen Fragen rund um Bindung, Feinfühligkeit und Entwicklung unter drei Jahre

Prof. Dr. Matthias Forell, Universität Osnabrück, bringt Perspektiven ein, die Papilio immer wieder schärfen: Was bedeutet es, dass Kinder heute in sehr unterschiedlichen Lebenswelten aufwachsen? Und wie müssen wir darauf reagieren?

Prof. Dr. Markus Hess, Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport Berlin, hat Papilio im Projekt „Gemeinsam stark durch den Start“ unterstützt. Ein Angebot gegen Ausgrenzung und für ein größeres Wir-Gefühl in der Kita.

Diese Partnerschaften sind langfristig angelegt und verfolgen ein gemeinsames Ziel: herauszufinden, ob Papilio wirklich das hält, was wir versprechen.

FAQ

Wie lange begleitet Wissenschaft Papilio schon?

Seit der Gründung 2002, also über 20 Jahre. Das ist ungewöhnlich: Viele Programme werden einmal entwickelt, dann verlässt man sich darauf, dass sie wirken. Papilio ist gemeinsam mit der Forschung entstanden und mit ihr gewachsen.

Was ist der Intervention Mapping Approach?

Eine international anerkannte Methode, um Präventionsprogramme systematisch und forschungsbasiert zu entwickeln. In sechs Schritten führt sie von der Bedarfsanalyse bis zum fertigen, erprobten Programm, mit von Anfang an eingeplanter Wirkungsmessung

Warum Studien mit Vergleichsgruppen?

Weil nur so klar wird, dass eine Veränderung wirklich von Papilio kommt. Wenn Kinder in einer Papilio-Einrichtung sozial-emotional stärker sind, könnte das auch an engagierten Fachkräften oder am Elternhaus liegen. Eine Vergleichsgruppe zeigt: Der Unterschied geht auf Papilio zurück.

Wie oft werden die Programme überprüft und angepasst?

Fortlaufend. Evaluationen, Rückmeldungen aus der Praxis und neue Forschungserkenntnisse fließen regelmäßig in die Programme ein. 2026 wird Papilio-3bis6 grundlegend überarbeitet, damit es dem heutigen Kita-Alltag weiter gerecht wird.

Warum ist die Reduktion früh auftretender Verhaltensprobleme so wichtig?

In einem empirisch bestätigten Modell wurden früh einsetzende Verhaltensprobleme (disoziales Verhalten) wie Rückzug, oppositionelles Verhalten oder aggressives Verhalten mit der späteren Entwicklung von Sucht, Gewaltverhalten und Straffälligkeit in Verbindung gebracht. Damit einher gehen hohe Kosten für die Gesellschaft.

Was bedeutet die Grüne Liste Prävention konkret?

Sie ist ein Evidenzregister, das Präventionsprogramme nach Forschungsqualität bewertet. Die höchste Stufe bedeutet: Die Wirkung ist durch hochwertige, randomisierte Studien eindeutig belegt. Das erreichen nur wenige Programme.