Spielerisch fördern
Im Kita-Alltag entstehen täglich Momente, in denen Kinder an ihre Grenzen stoßen: ein Streit um das Lieblingsauto, Tränen beim Abschied, Wut wegen einer gefühlten Ungerechtigkeit. Diese Momente sind keine Störungen, sondern wichtige Entwicklungschancen, wenn jemand da ist, der sie begleitet.
Genau dabei unterstützt Papilio-3bis6 pädagogische Fachkräfte. Das Programm ist evidenzbasiert und Teil der durchgängigen Präventionskette von 0 bis 9 Jahren.

Warum sozial-emotionale Kompetenzen im Kita-Alter so wichtig sind
Zwischen drei und sechs Jahren lernen Kinder, wer sie im Verhältnis zu anderen sind und ihre Gefühle selbständig zu regulieren. Sie entdecken, dass nicht jeder dieselben Gefühle hat. Sie üben zu teilen, zu warten, sich zu behaupten und nachzugeben. Das gelingt nicht von allein.
Kinder brauchen dabei Erwachsene, die ihnen zeigen: Wut ist normal. Trauer darf sein. Und Konflikte lassen sich lösen. Das Programm Papilio-3bis6 setzt genau hier an, indem es Lernmomente aufgreift und in den Alltag einbettet, statt sie danebenzustellen.
Drei Elemente – ein Ziel
Papilio-3bis6 baut auf drei Praxis-Elementen auf, die Kinder in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung stärken.
Was pädagogische Fachkräfte durch die Fortbildung gewinnen
Herausfordernde Situationen gehören zum Kita-Alltag dazu, aber sie müssen nicht überfordern. In den Qualifizierungen zu Papilio-3bis6 reflektieren Fachkräfte im Austausch, warum Kinder bestimmte Verhaltensweisen zeigen, und lernen, bewusst zu handeln, statt spontan zu reagieren.
Sie erhalten konkrete Methoden, einen praxistauglichen Aufbau für die Arbeit mit dem Programm und Raum, die eigene Haltung zu reflektieren. Im Qualitätsverbund bleiben sie auch nach der Fortbildung durch kollegialen Austausch, Triaden und regelmäßige Reflexionsformate eingebunden. So entsteht Sicherheit, die bleibt.

Im Team verankert, im Alltag spürbar
Papilio-3bis6 entfaltet seine Wirkung nicht durch einzelne Fachkräfte, sondern durch Teams, die eine gemeinsame pädagogische Sprache und Haltung entwickeln. Wenn alle ein gemeinsames Verständnis von Emotionen, Grenzen und Konfliktbegleitung teilen, erleben Kinder in der gesamten Einrichtung Verlässlichkeit.
Dabei wird Papilio nicht zusätzlich neben dem Alltag umgesetzt. Das Programm integriert sich in bestehende Abläufe und greift Situationen auf, die ohnehin entstehen wie zum Beispiel im Freispiel, im Morgenkreis oder im Umgang mit Konflikten. So wird sozial-emotionales Lernen zu einem selbstverständlichen Teil des Kita-Alltags.
Wirkung, die nachweisbar ist
Papilio-3bis6 wirkt! Das belegt die ALEPP-Studie*: Papilio-3bis6 stärkt die sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindern und reduziert erste Verhaltensauffälligkeiten. Kinder lernen, konstruktiver mit Konflikten umzugehen und werden besser in die Gruppe integriert. Auch Fachkräfte profitieren durch mehr Orientierung im Umgang mit herausfordernden Situationen und eine ruhigere Gruppendynamik im Alltag. Eine Follow-up-Studie zeigt sogar dass ehemalige Papilio-Kinder noch in der Grundschule profitieren und bessere Schulleistungen erzielen können. Wie alle Papilio-Programme wird auch Papilio-3bis6 fortlaufend wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt. Erkenntnisse aus Forschung und Praxis fließen zusammen, damit das Programm fachlich aktuell bleibt und sich im Kita-Alltag bewährt.
In der Grünen Liste Prävention ist Papilio-3bis6 als wissenschaftlich geprüftes Programm in der höchsten Evidenzstufe gelistet.
*Augsburger Längsschnittstudie zur Evaluation des Programms Papilio-3bis6