Wissenschaftliche Studien zu Wirksamkeit und Effektivität von Papilio
Papilio hat zwei Ziele:
- Durch die Implementierung evidenzbasierter pädagogisch-psychologischer Maßnahmen im Kindergarten primärpräventiv die soziale, sozio-emotionale und kognitive Kompetenz zu fördern und
- Verhaltensproblemen im Kindergarten vorzubeugen bzw. sie zu reduzieren.
Dadurch soll den Risikofaktoren, die später zu Gewaltproblemen und Substanzmissbrauch führen können, frühzeitig begegnet werden.
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Augsburger Längsschnittstudie zur Evaluation des Programms Papilio (ALEPP)
Im Kindergartenjahr 2003/2004 wurde ein Papilio-Modellprojekt mit rund 700 Kindern im Raum Augsburg durchgeführt und wissenschaftlich begleitet durch die "Augsburger Längsschnittstudie zur Evaluation des Programms Papilio (ALEPP)".
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Nachfolgestudie in der Grundschule
Im Juli 2005 wurden die Papilio-Kinder, die im Herbst 2004 eingeschult worden waren, und deren Eltern erneut befragt. Zudem wurden die Lehrer befragt. Einbezogen waren 27 Schulen in der Modellregion.
Mit dieser Studie sollte überprüft werden, ob die positive Wirkung des Programms nach einem Jahr noch anhält. Die Frage war zudem, ob das Programm Papilio langfristig dazu beitragen kann, dass die Kinder aufgrund verbesserter sozial-emotionaler Kompetenzen den Übergang in die Schule leichter bewältigen, da sie
- sich besser in die neue Gleichaltrigengruppe integrieren können.
- weniger Verhaltensauffälligkeiten aufweisen, sich so besser in die Klassengemeinschaft integrieren und somit der Aufbau einer positiven Kind-LehrerInnen-Beziehung erleichtert wird.
- aufgrund ihrer sozialen Fertigkeiten und verbesserten Aufmerksamkeit bessere Schulleistungen erzielen.
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Details zur ALEPP-Studie
Die Wirksamkeit
Die Wirksamkeit der Papilio-Maßnahmen wurde evaluiert, indem die Zielerreichung überprüft wurde. Die Frage lautete:
Haben die Maßnahmen zu einer Erhöhung des prosozialen Verhaltens und einer Verminderung des aggressiven Verhaltens bei den am Papilio-Programm teilnehmenden 4- bis 7-jährigen Kindern geführt?
Dabei musste beachtet werden, ob dieser Effekt tatsächlich auf die durchgeführten Präventionsmaßnahmen und nicht auf andere unerwartete Faktoren zurückzuführen ist.
Die Effektivität
Die Effektivitätsprüfung kontrollierte, ob die Papilio-Maßnahmen weiterhin wirksam sind, wenn sie unter verschiedenen Bedingungen der allgemeinen Kindergartenpraxis eingeführt werden. Mit anderen Worten: Es wurde analysiert, ob sich die Papilio-Maßnahmen an verschiedenen Orten in verschiedenen Einrichtungen einführen lassen.
Vorbereitungsphase der wissenschaftlichen Studie
2002 hatten das Zentrum für klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen, Prof. Dr. Franz Petermann, Prof. Dr. Herbert Scheithauer (Mitarbeiter in Bremen), Dipl.-Psych. Frank Mehren und Kay Niebank, ein Konzept für die in Augsburg durchzuführende Evaluationsstudie entworfen. Dieses Evaluationskonzept basiert auf einer umfassenden Analyse der Fachliteratur zu den Risiko- und Schutzbedingungen von Sucht und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen sowie zu Frühpräventions- und Interventionsprogrammen gegen Substanzmissbrauch und Gewaltprobleme im Vorschulalter.
Konzeption der Evaluationsstudie
Rund 700 Kinder aus Kindergärten im Raum Augsburg wurden für die Evaluation des Papilio-Programms berücksichtigt. Die teilnehmenden Kinder wurden in zwei Gruppen aufgeteilt:
- Interventionsgruppe: Die Papilio-Maßnahmen wurden von September 2003 bis Juli 2004 durchgeführt. (Nach der Studie führen die Kindergärten Papilio auch weiterhin fort, weil die Maßnahmen in den Alltag integriert sind und die Wirksamkeit erlebt wurde.)
- Warte-Kontrollgruppe: Sie wurde im gleichen Zeitraum wie die Interventionsgruppe (Mai 2003 - Juli 2004) befragt, führte aber die Papilio-Maßnahmen erst danach, im Kindergartenjahr 2004/2005, ein.
Fragebögen zur Wirksamkeit
Um die Wirksamkeit der Papilio-Maßnahmen evaluieren zu können, wurden die Eltern und ErzieherInnen der Kinder mit Fragebögen über das Verhalten und soziale Fertigkeiten der Kinder sowie über ihre familiäre Situation befragt. Die Kinder wurden mit Hilfe von Bildern befragt, um Informationen über ihre Einbindung in die Gleichaltrigengruppe zu gewinnen.
Diese Befragungen wurden zu drei Messzeitpunkten durchgeführt: vor, während und nach der Durchführung der Papilio-Maßnahmen. Der Vergleich zwischen diesen Messzeitpunkten in der Interventionsgruppe zeigt, dass Entwicklungsfortschritte im sozialen Verhalten der Kinder zu beobachten sind, die auf einen positiven Effekt der Papilio-Maßnahmen hindeuten. Der Vergleich zwischen der Interventionsgruppe und der Kontrollgruppe (bei der die Papilio-Maßnahmen noch nicht eingeführt wurden) prüft, ob dieser Erfolg auf die Papilio-Maßnahmen zurückzuführen ist.
Um die Effektivität der Papilio-Maßnahmen evaluieren zu können, wurden verschiedene Informationen erhoben, z.B. ob und wie die ErzieherInnen die Maßnahmen akzeptieren oder ob und welche Probleme es bei der Einführung der Maßnahmen im Kindergartenalltag gab.
Rückmeldungen der ErzieherInnen
Effekte von Papilio werden durch Rückmeldungen der ErzieherInnen aus den Studienkindergärten bestätigt:
- Papilio ist sehr gut in den Kindergartenalltag einzubinden.
- Es reduziert Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern.
- Es hilft, außenstehende Kinder in die Gleichaltrigengruppe zu integrieren.
- Es verbessert die Zusammenarbeit Eltern – Kindergarten.
- Es stärkt die Kompetenz, das Selbstbewusstsein und die Position der ErzieherInnen
Studienzentrale
Die Studienzentrale für alle Evaluationen liegt bei der Papilio-Zentrale in Augsburg. Papilio kooperierte für die ALEPP- und die Grundschul-Studie mit:
- Universität Bremen, Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation, Prof. Dr. Franz Petermann, Prof. Dr. Herbert Scheithauer (seit April 2004 Freie Universität Berlin), Dr. Ute Koglin, Dipl.-Psych. Frank Mehren, Dipl.-Psych. Kay Niebank.
- Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät der Universität Augsburg, Prof. Dr. Leonie Herwartz-Emden.
- Freie Universität Berlin, Arbeitsbereich Entwicklungswissenschaft und Angewandte Entwicklungspsychologie, Prof. Dr. Herbert Scheithauer.
Weitere Informationen und Downloads
Download Kurzbericht Ergebnisse der Studie.
Download Exposé der Studie.
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