Paula will Erst- und Zweitklässlern helfen

Bochum ist bundesweiter Vorreiter des Präventionsprojekts „Paula kommt in die Schule“: Grundschulen starten in die Praxisphase

 

(Bochum, 15.11.2017) In Bochum werden im Dezember die ersten Grundschulen deutschlandweit in ein neues Präventionsprojekt starten: „Paula kommt in die Schule“ – und Paula kam tatsächlich. Die Marionette der Augsburger Puppenkiste machte einen Workshop mit Kindern der Grundschule Auf dem Alten Kamp und befragte anschließend Experten zur Prävention in Grundschulen. Barbara Steffens, ehemalige Gesundheitsministerin und Schirmherrin des Projekts, brachte es auf den Punkt: „Prävention soll den Kindern und auch den Lehrerinnen und Lehrern Spaß machen. Und wenn gleichzeitig wissenschaftlich fundierte Arbeit dahintersteht, dann werden die Lehrkräfte mit ihrem Engagement auch tatsächlich etwas bewirken.“

Alle Lehrerinnen und Lehrer, die das Projekt in ihren Klassen umsetzen, absolvieren zum Einstieg eine viertägige Fortbildung. Sie erlernen praktische Maßnahmen und Theorie zum entwicklungsorientierten Präventionsansatz. „Kern dieses Ansatzes ist“, so Projektleiterin Dr. Charlotte Peter, „dass wir Kinder sehr früh in ihrer Entwicklung fördern, insbesondere beim Erwerb sozial-emotionaler Kompetenzen. Das schützt sie gegen Risiken, die im Jugendalter zu Sucht und Gewalt führen können.“ Die Psychologin ist wissenschaftliche Leiterin bei Papilio, einem Augsburger Sozialunternehmen, das Präventionsprogramme entwickelt und verbreitet. Sie wird unterstützt von einem wissenschaftlichen Team rund um Prof. Dr. Herbert Scheithauer an der Freien Universität Berlin.

Persönliche Entwicklung wichtig für schulisches Lernen
Die Notwendigkeit früher Prävention bestätigte Rektorin Brigitte Fritzsche: „Die Gesellschaft verändert sich und das merken wir ganz stark an den Kindern: Wir müssen sie in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung unterstützen, damit sie den Übergang von der Kita in die Schule bewältigen. Wenn sich Kinder zum Beispiel nicht in eine Gruppe integrieren können, sich auffällig verhalten oder nicht gut genug konzentrieren können, dann wird die Vermittlung von Lernstoff schwierig.“ Rektorin Fritzsche hatte sich schon vor Monaten vom Konzept des Präventionsprojekts überzeugen lassen und hat mehrere weitere Bochumer Grundschulen für die Modellphase gewonnen. Mit seinen acht teilnehmenden Schulen ist Bochum Vorreiter in dem bundesweiten Modellprojekt. Insgesamt werden rund 25 Schulen in NRW, Brandenburg und Bayern teilnehmen.

Die Fortbildungen beginnen im Dezember, danach setzen die Lehrerinnen und Lehrer die Papilio-Maßnahmen in ihren Klassen um und beziehen auch die Eltern mit ein. Paula ist selbst Teil einer Maßnahme. Zusammen mit ihren Freunden, den Kistenkobolden Heulibold, Zornibold, Bibberbold und Freudibold, hilft sie den Kindern insbesondere beim Umgang mit neuen Gefühlen wie Neid, Schuld, Scham und Stolz. „Der Vorteil ist, dass sich die Maßnahmen leicht in den Schulalltag einfügen“, schildert Ruth Siemes-Frömmer, pädagogische Leiterin bei Papilio. „Die Förderung der psychosozialen Gesundheit der Kinder kommt unterm Strich auch den Lehrkräften und den Eltern zugute.“ Sind die Maßnahmen erst einmal eingeführt, können sie in den ersten beiden Grundschuljahren ständig mitlaufen und entfalten so mit der Zeit ihre Wirkung. Regionale Papilio-Trainer führen die Fortbildungen durch und begleiten die Lehrkräfte bei Fragen.

Ermöglicht hat das Modellprojekt die Krankenkasse KNAPPSCHAFT mit Sitz in Bochum. Geschäftsführerin Bettina am Orde erklärte der neugierigen Paula den Hintergrund: „Als Krankenkasse gehört es zu unseren Aufgaben, uns um die Gesundheit zu kümmern und frühzeitig vorzusorgen, damit Kinder gesund aufwachsen. Indem wir die Entwicklung und wissenschaftliche Begleitung von ‚Paula kommt in die Schule‘ fördern, sorgen wir auch dafür, dass Mädchen und Jungen ab dem Schulanfang begleitet werden.“

Alle Grundschulen, die sich für das Präventionsprogramm interessieren, können sich bei Papilio melden: per Mail unter grundschule@papilio.de oder telefonisch unter 0821 4480 8596.

Nähere Informationen zum Modellprojekt unter www.papilio.de/fuer-grundschulen.html.


Gruppenfoto der Veranstaltung in Bochum

Hinten von links: Heidi Scheer, Geschäftsführende 1. Vorsitzende Papilio e.V., Barbara Steffens, MdL und Papilio-Schirmherrin in NRW, Bettina am Orde, Geschäftsführerin KNAPPSCHAFT, Brigitte Fritzsche, Schulleiterin der Bochumer Grundschule Auf dem alten Kamp, Klaus Marschall, Intendant der Augsburger Puppenkiste, Dr. Charlotte Peter, wissenschaftliche Leitung Papilio e.V., und Ruth Siemes Frömmer, pädagogische Leitung Papilio e.V., mit Kindern der Grundschule Auf dem Alten Kamp und Paula, einer Marionette aus der Augsburger Puppenkiste.
Foto: KNAPPSCHAFT

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Foto Klaus Marschal im Workshop mit Grundschulkindern in Bochum

Klaus Marschall von der Augsburger Puppenkiste, der gerade das Stück „Paula kommt in die Schule“ inszeniert, führte beim Pressetermin in Bochum einen Marionetten-Workshop mit Kindern der Grundschule Auf dem Kamp durch.
Foto: KNAPPSCHAFT

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Weiteres Fotomaterial erhalten Sie unter www.kbs.de/pressedownload.


Die Krankenkasse KNAPPSCHAFT gehört zum Verbundsystem der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Mit rund 1,6 Millionen Versicherten zählt sie zu den größten Krankenkassen in Deutschland. Sie ist „offen für alle“ und damit unabhängig vom Beruf eine frei wählbare Krankenkasse. Die KNAPPSCHAFT unterhält bundesweit über 90 Geschäfts- und Beratungsstellen. Weitere Infos unter www.knappschaft.de.

Das Sozialunternehmen Papilio e.V. bietet Präventionsprogramme gegen die Entwicklung von Sucht und Gewalt, die in Kitas und Grundschulen ansetzen. Das Kita-Programm „Papilio-3bis6“ ist vielfach praxiserprobt; seine Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt. Die Präventionsmodule Papilio-ElternClub (Erziehungspartnerschaft Eltern–Kita) und Papilio-Integration (praktische Handlungskompetenz für den Umgang mit Familien mit Migrationshintergrund) ergänzen das Programm. Deutschlandweit erreicht Papilio mit Unterstützung vieler Partner inzwischen rund 140.000 Kinder, rund 7.000 Erzieherinnen sind im Präventionsprogramm Papilio-3bis6 geschult. Weitere Informationen unter: www.papilio.de.

Für weitere Informationen:
KNAPPSCHAFT
Dr. Wolfgang Buschfort
Pressesprecher
Pieperstraße 14-28, 44789 Bochum
Tel. 0234 304-82050, Fax 0234 304-82060
E-Mail: presse@kbs.de
www.knappschaft.de

Papilio e.V.
Andrea Finkel, Tel. 0821 24 26 302-23, E-Mail: medien@papilio.de
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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