Augsburgerin Heidrun Mayer ausgezeichnet

Aus über 300 Bewerbern zum Ashoka Fellow 2010 ausgewählt

Augsburg, München. Am 24. November wurde die Augsburgerin Heidrun Mayer in München als Ashoka Fellow ausgezeichnet. Die Organisation Ashoka Deutschland fördert Gründerpersönlichkeiten in Deutschland, die soziale Probleme unternehmerisch lösen. Heidrun Mayer hat das Kindergartenprogramm Papilio maßgeblich entwickelt und verbreitet es heute in ganz Deutschland. Papilio fördert die sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindern und schützt sie so vor negativen Entwicklungen wie Sucht und Gewalt.

Acht herausragende Gründer im sozialen Bereich wurden gestern feierlich in München der Öffentlichkeit vorgestellt und damit in das Ashoka-Netzwerk für Sozialunternehmer aufgenommen. Sie wurden aus über 300 Bewerbern ausgewählt. Die 50-jährige Diplom-Sozialpädagogin Heidrun Mayer aus Augsburg hat die Verantwortlichen beeindruckt, „weil sie mit Papilio langfristig denkt. Sie stärkt die sozial-emotionale Kompetenz von kleinen Kindern, um sie davor zu schützen, im Jugendalter mit Sucht und Gewalt auf Lebenskrisen zu reagieren“, so Felix Oldenburg, Hauptgeschäftsführer von Ashoka Deutschland. Heidrun Mayer kann die Ehre noch gar nicht ganz fassen: „Wenn man sich seit Jahren einer Idee verschrieben hat und manchmal fast rund um die Uhr für die Zukunft unserer Kinder schafft, dann ist so eine Auszeichnung eine ganz tolle Anerkennung.“

Entscheidend für die Auswahl als „Ashoka Fellow“ ist zum einen, dass man soziale Probleme mit persönlichem Risiko, Kreativität und in unternehmerischem Geist angeht – mit Ziel auf soziale Veränderung und nicht finanziellen Profit. Zum anderen funktionieren die Modelle der Ausgezeichneten nicht nur an einem Ort. Sie packen soziale Probleme an den Wurzeln und können sie großflächig lösen.

Die globale Organisation Ashoka gewinnt weltweit – und seit fünf Jahren auch in Deutschland – Unternehmer aus der Wirtschaft, um „soziale Unternehmer“ mit einem Stipendium, Business-Know-how und Kontakten zu unterstützen. Ashoka Fellows können zum Beispiel kostenlos Unternehmensberater, Rechtsberater und Medientrainer nutzen, sie bekommen Kontakte zu möglichen Förderern und tauschen sich mit anderen Sozialunternehmern aus. Die finanzielle Förderung läuft in der Regel drei Jahre, das Unterstützernetzwerk können die Sozialunternehmer lebenslang nutzen.

Ashokas Gründerförderung ist in Deutschland noch neu. Soziale Gründer sitzen in Deutschland zwischen den Stühlen und passen weder auf die Fördermuster des Sozialsektors noch der Wirtschaft. „Dabei brauchen Sozialunternehmer nicht schlechtere, sondern bessere Startbedingungen als Startups in der Wirtschaft“, fordert Felix Oldenburg. „Denn sie schaffen ein Vielfaches an gesellschaftlichem Wert.“ Erst schrittweise bildet sich um die Sozialunternehmer eine Landschaft von Förderern. Nach einigen bekannten Unternehmerfamilien haben jetzt auch Stiftungen die Sozialunternehmer als Teilchenbeschleuniger für den Sozialsektor entdeckt. Auch die Bundesregierung folgt nun anderen Ländern und nimmt mit der im Oktober erschienenen Nationalen Engagementstrategie erstmals Förderungen für Sozialunternehmer ins Visier.

Heidrun Mayer ist die einzige Süddeutsche, die 2010 als Ashoka Fellow ausgewählt wurde. Die weiteren sieben Fellows wollen die Brustkrebsvorsorge in Deutschland revolutionieren (Frank Hofmann, Duisburg), den Umweltschutz bei Millionen Migranten verankern (Gülcan Nitsch, Berlin), 1,5 Millionen Rollstuhlfahrern neue Freiheiten eröffnen (Raul Krauthausen, Berlin), Tausende Existenzgründer finanzieren (Falk Zientz, Bochum), benachteiligte Mädchen durch Boxen sozial stärken (Heather Cameron, Berlin), ein neues Miteinander der Generationen stiften (Hildegard Schooß, Salzgitter) und hunderttausende Schüler als Fachkräfte vermitteln (Karin Ressel, Minden).

Zum Programm Papilio
Papilio fördert die sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindergartenkindern, damit sie als Jugendliche nicht durch Sucht und Gewalt gefährdet sind, sondern sich zu selbstbestimmten, eigenverantwortlichen Erwachsenen entwickeln. Dafür schult Papilio ErzieherInnen, bisher über 3000 in Deutschland, in konkreten Methoden, wie sie die Kinder fördern. Dass dies funktioniert und wirkt, ist vielfach praxiserprobt und wissenschaftlich bewiesen. Kinder lernen spielerisch soziale Regeln, den Umgang miteinander und gewaltfreies Lösen von Konflikten. Träger des Programms ist der Papilio e.V. Augsburg, dessen erste Vorsitzende und Geschäftsführerin Heidrun Mayer ist.
Mehr unter www.papilio.de

Zu Ashoka Deutschland gGmbH
Die Ashoka Deutschland gemeinnützige GmbH bringt Unternehmertum in den sozialen Sektor, als Investor und Business Angel für mutige Gründer mit großen sozialen Ideen. Seit 1980 hat Ashoka mehr als 2.700 Sozialunternehmer (Social Entrepreneurs) aus 70 Ländern in das Förderprogramm gewählt und mit Stipendien, Beratung und Netzwerken unterstützt. Ashoka wird getragen von einem weltweiten Netzwerk von Privatinvestoren, Stiftungen und Unternehmen, darunter der ebay-Gründer Pierre Omidyar, die Bill und Melinda Gates Foundation sowie pro-bono-Partner wie McKinsey & Company, Latham & Watkins LLP und Egon Zehnder International.
Mehr unter http://germany.ashoka.org/

Für weitere Informationen:
Papilio e.V.

Andrea Nagl, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 0821 45054-150, E-Mail: andrea.nagl@papilio.de
www.papilio.de

Ashoka Deutschland gemeinnützige GmbH
Felix Oldenburg, Hauptgeschäftsführer
Tel. 069/7162-5588, E-Mail foldenburg@ashoka.org
http://germany.ashoka.org/

Isabel Bonacker (links), Leiterin des Ashoka Support Netzwerks, überreicht Heidrun Mayer die Ashoka-Urkunde. In der Mitte Laudator Murat Vural vom IBFS/Chancenwerk. Ashoka ist ein Netzwerk, das Sozialunternehmer fördert.
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