Das war die Kita-Fachtagung "Kinder stärken - gemeinsam wachsen"

Am 17. September 2019 fand in Frankfurt/Main unsere Kita-Fachtagung „Kinder stärken – gemeinsam wachsen“ statt. Rund 100 TeilnehmerInnen informierten sich in den Räumlichkeiten des Tagungshauses „Haus am Dom“ über Möglichkeiten einer gelingenden, nachhaltigen Prävention im Setting Kita.

Alle Vorträge und Praxis-Workshops beschäftigten sich mit der Frage, wie insbesondere Kinder mit erhöhtem Bedarf in ihrer Entwicklung gestärkt werden können. Und wie das Kita-Umfeld – die Mitarbeitenden, die Einrichtungen und die Träger – davon profitieren kann.

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Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung der einzelnen Programminhalte:

Auf den Besuch des Marionettenstücks „Paula und die Kistenkobolde“ sowie die Eröffnung der Fachtagung durch Staatsminister Kai Klose, Detlef Lamm (AOK Hessen), Susanne Schmitt (Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V.) und Heidi Scheer (Papilio), folgte der Hauptvortrag von Prof. Dr. Thomas Kliche.

Vom Neben- zum Miteinander – Gesundheitsförderung in der Kita
Unter diesem Titel beleuchtete der Bildungsforscher gemeinsam mit den TeilnehmerInnen Aspekte eines gesunden Kita-Alltags:
Was möchte jede Kita? Gesunde Kinder, Fachkräfte und Familien. Gesund geht alles leichter. Was ist in jeder Kita am knappsten? Zeit. Leitungen, Teams, Fachberatungen und Träger müssen also überlegen, wie sie Gesundheit klug voranbringen. Zusammenarbeit ist gewiss immer wichtig – aber wozu, mit wem, in welcher Reihenfolge? Drei Wege stehen offen: pädagogische Einzelförderung, die Durchführung von Programmen wie Papilio-3bis6 und die gesundheitsgerechte Organisationsentwicklung. Diese wird gerade für Familienzentren künftig immer wichtiger.
Im Rahmen des Vortrags wurden Vor- und Nachteile dieser Wege angesprochen und darüber nachgedacht, wie sie professionell verknüpft werden können.
Vortragsfolien

Weiter ging es mit den sogenannten Thementischen, an denen sich die pädagogischen Fachkräfte zu folgenden Themen austauschen konnten: Pädagogische Qualitätssicherung im Kita-Alltag, Fachkräftemangel, Stressmanagement & ErzieherInnengesundheit, Verhaltenskreative Kinder in der Kita und Zusammenarbeit mit Familien.
Ergebnisse der Thementische

Bei den darauffolgenden Workshops hatten die TeilnehmerInnen dann die Qual der Wahl.

Workshop A) Prävention braucht Feinfühligkeit – vor allem bei den unter Dreijährigen

Wie definiert sich Feinfühligkeit? Mit dieser Fragestellung stieg Referentin Katja Pfalzgraf in ihren Workshop ein. Aufgrund des großen Vorwissens der TeilnehmerInnen konnte direkt zu einem Videobeispiel übergegangen werden, anhand dessen besprochen wurde, wie das Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder auch in einer Gruppe mit mehreren Kindern gelingen kann.
Abschließend wurde der Bogen zum neu entwickelten Fortbildungsprogramm Papilio-U3 geschlagen, das sich u.a. der zu Beginn genannten Fragestellung widmet und zum Ziel hat, den Aufbau sicherer Bindungsbeziehungen in der Kita zu fördern.
Workshopfolien

Workshop B) Wissen, was wirkt: Sozial-emotionale Kompetenzen als Schutzfaktoren

Wie von den TeilnehmerInnen gewünscht, informierten Heidi Scheer und Tanja Kleemann die Anwesenden über die Inhalte der Papilio-3bis6-Fortbildung, welche auf die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen fokussiert. Erläutert wurden insbesondere die kindorientierten Maßnahmen „Spielzeug-macht-Ferien-Tag“, „Paula und die Kistenkobolde“ und das „Meins-deinsdeins-unser-Spiel“. Tanja Kleemann hatte zudem Anschauungsmaterial wie Bilder von der Umsetzung im Kita-Alltag und einen Gruppenkobold dabei.
Informationen zu den Fortbildungsinhalten.

Workshop C) Für Integration! Kultursensitives Handeln im Kita-Alltag

Viele Herausforderungen und Fragen kommen auf, wenn Kinder und Familien mit verschiedenen kulturellen, religiösen und ethnischen Prägungen aufeinandertreffen. Die Praxis zeigt, dass es im Kita-Alltag oft schwer fällt, das Aufeinandertreffen verschiedener Eltern und Kinder gezielt positiv und vorurteilsbewusst zu gestalten. Gründe dafür können Vorurteile, Fremdbilder oder Ausgrenzung sein – auf Seiten der Eltern, Kinder, aber auch der Kitas. Eine kultursensitive Pädagogik anzuwenden bedeutet, alle Identitätsattribute von Kindern anzuerkennen und die Identitätsentwicklung zu fördern. So werden Toleranz und Empathie gestärkt.
In Zusammenarbeit mit den TeilnehmerInnen stellte Referentin Katharina Hepke heraus, wie das interkulturelle Aufeinandertreffen beeinflusst ist und wie kultursensitive Pädagogik umgesetzt werden kann. Zudem wurde auf notwendige eigene Reflexionsprozesse eingegangen.
Workshopfolien

Workshop D) Von der Kita in die Grundschule: Übergang leicht gemacht

Der Übergang von der Kita in die Grundschule ist für Kinder ein Schritt in einen neuen Lebensabschnitt, dem sie freudig und zugleich ängstlich entgegensehen. Die Kinder erleben diesen Übergang auf unterschiedlichen Ebenen. Ihre Identität verändert sich vom Kindergartenkind zum Schulkind und sie müssen starke Emotionen bewältigen. Sie bauen neue Beziehungen zu Gleichaltrigen und zu pädagogischen Fachkräften auf und auch innerhalb der Familie sehen sie sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert.
Welche Fähigkeiten erleichtern die Bewältigung des Übergangs? Welche Faktoren unterstützen eine erfolgreiche Bewältigung? Diesen zwei Fragen widmete sich Referentin Felicitas Bernhardt gemeinsam mit den TeilnehmerInnen in Theorie, Praxis und fachlichem Austausch.
Workshopfolien

Workshop E) Aber die Kinder sind doch noch so klein: Warum Prävention schon in der Kita ansetzt

Gemeinsam mit den TeilnehmerInnen begab sich Workshop-Leiterin Ruth Siemes-Frömmer auf die Spur, welche Bedeutung die frühe Prävention im Kindesalter hat und wie sie gefördert werden kann. Auf Grundlage wissenschaftlicher Ansätze und Erkenntnisse wurde dargelegt, welche Maßnahmen bei Papilio-3bis6 im pädagogischen Alltag wirksam sind. Auch der praktische Austausch kam nicht zu kurz, ebenso wie die Einschätzung einer sinnvollen Erweiterung des eigenen Portfolios im Arbeitsbereich.
Workshopfolien

In der Abschlussrunde präsentierten die ReferentInnen Ergebnisse aus den jeweiligen Thementischen und Workshops.

Ein großes Dankeschön geht an unsere langjährigen Partner und Mitveranstalter, die AOK Hessen, die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. und das Hessisches Ministerium für Soziales und Integration - ohne Sie wären diese Veranstaltung und die Verbreitung von Papilio in Hessen in dieser Form nicht möglich! Ein weiterer Dank geht an unseren Papilio-3bis6-Schirmherren Kai Klose, hessischer Sozialminister, der sich trotz seines vollen Terminkalenders Zeit für die Eröffnung der Fachtagung genommen hat. Danke auch an Herrn Prof. Dr. Kliche für den herausragenden Vortrag sowie an das Haus am Dom und die MitarbeiterInnen des Caterings für den tollen Rundum-Service.
Last but not least danken wir Ihnen, liebe TeilnehmerInnen, für Ihr Engagement, die anregenden Gespräche und neuen Denkanstöße sowie die angenehme Atmosphäre, die die Fachtagung so wunderbar abgerundet hat.

Sollten Sie Fragen zu den genannten Inhalten und/oder Fortbildungen haben, stehen wir Ihnen natürlich gerne zur Verfügung:

Papilio in Augsburg, Fon 0821 4480 8596, kontakt@papilio.de oder Kontaktformular.

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