Informationen zum Thema Sucht
Substanzbezogene Süchte
Papilio zielt auf die Prävention von substanzbezogenen Süchten. Die WHO definiert Sucht als einen "Zustand seelischer und/oder körperlicher Abhängigkeit von einer Substanz mit stimulierender Wirkung, [mit] periodischer oder kontinuierlicher Aufnahme der Substanz". Bei diesen Substanzen handelt es sich z. B. um Alkohol, Tabak, Medikamente, Opiate oder Cannabis.
Begleitet von anderen Verhaltensproblemen
Nach den Ergebnissen verschiedener Studien treten Substanzabhängigkeit bzw. -missbrauch erstmalig bei 11- bis 12-Jährigen auf, der Konsum einiger Substanzen (z. B. Tabak) ist schon früher zu beobachten. Suchtprobleme werden sehr oft von anderen Verhaltensproblemen begleitet, beispielsweise von aggressivem und delinquentem Verhalten.
Was passiert im Jugendalter
Ein übermäßiger Konsum bzw. Missbrauch von Substanzen im Jugendalter wird häufig durch die Bewältigung bestimmter Aufgaben bedingt, die zur Entwicklung in diesem Alter gehören (z.B. die Entwicklung der eigenen Identität oder die Ablösung von den Eltern). Dies ist kein Problem, wenn sich die Jugendlichen vorher relativ normal entwickelten.
Problematisch wird es, wenn das Kind schon vor dem Auftreten der Suchtprobleme aggressives Verhalten im frühen Kindesalter zeigte und sich dieses Verhalten in den folgenden Jahren verstärkt hat. Deshalb sind Präventionsmaßnahmen wichtig, die auf frühe Hinweise gewaltsamen Verhaltens zielen. Damit kann der Entstehung weiterer Probleme und dem Substanzmissbrauch vorgebeugt werden.
Kindbezogene Risikobedingungen
Folgende kindbezogenen Risikobedingungen können z.B. auf Suchtgefährdung hinweisen:
- Irritabilität
- Frühe Kombination von Schüchternheit und Aggressivität
- Hyperaktivität
- Rebellisches Verhalten gegenüber Autoritäten
- Schlechte Schulleistungen
- Negative Einstellung zur Schule bzw. zum Kindergarten, Schulschwänzen
Familiäre und schulische Risikobedingungen
Folgende Aspekte des familiären und schulischen Kontexts können z.B. auf ein erhöhtes Risiko für Suchtprobleme hinweisen:
- Substanzmissbrauch der Eltern oder Geschwister
- Inkonsistente oder unklare Regeln der Eltern in ihrem Erziehungsverhalten
- Zurückweisungen durch die Eltern oder durch Gleichaltrige
- Familiäre Konflikte, Scheidung
- Bindung an andere aggressive Kinder, Einfluss durch andere Kinder beim Substanzkonsum
[Quelle für diese Informationen: Scheithauer, H., Mehren, F., Niebank, K., & Petermann, F. (2003). LOS für Kinder [jetzt Papilio]. Evaluationsstudie - Bericht zum Abschluss der Vorbereitungsphase. Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen.]
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