Modellprojekt für Kindergärten in sozialen Brennpunkten
Kinder mit ersten Auffälligkeiten profitieren besonders von Papilio. Seit November 2009 läuft deshalb in Nordrhein-Westfalen (NRW) ein Modellprojekt, das untersucht, ob Teile der Fortbildung von Papilio an den Bedarf von Brennpunktkindergärten angepasst werden müssen? Und wenn ja, in welcher Form?
Das Anliegen
Die Einführung von Papilio im Modellprojekt findet ausschließlich in Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf statt. In die Kategorie „Besonderer Erneuerungsbedarf“ fallen Stadtteile, die umgangssprachlich als „soziale Brennpunkte“ bezeichnet werden. Sie sind u.a. gekennzeichnet durch hohe Arbeitslosigkeit, niedrige Einkommen, einen hohen Anteil an Kindern und Jugendlichen sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Hinzu kommen städtebauliche und infrastrukturelle Defizite. Hieraus ergeben sich viele soziale Probleme, die sich stark auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Entsprechend werden in dortigen Kindergärten auch viele Kinder mit ersten Verhaltensauffälligkeiten betreut. Spätere Probleme wie starker Alkoholkonsum, Drogen und Gewaltdelikte bei Jugendlichen entstehen schnell.
Die Einführung von Papilio in den ausgewählten Kindergärten ist ein Modellvorhaben mit zukunftsweisendem Charakter. Die zugrundeliegende Fragestellung lautet:
Müssen einzelne Teile von Papilio an den Bedarf von Brennpunktkindergärten angepasst werden?
Und wenn ja: In welcher Form muss die Fortbildung der ErzieherInnen angepasst werden, damit die Einführung von Papilio auch in den Statteilen funktioniert, in denen frühe Prävention und Förderung der sozial-emotionalen Kompetenzen am dringendsten benötigt werden. Es könnte sein, dass für Gruppen mit vielen bereits auffälligen Kindern das Vorgehen modifiziert werden muss.
Die Schirmherrin
Gesundheitsministerin Barbara Steffens ist Schirmherrin des Modellprojekts.
Die Kooperationspartner
Stiftung Wohlfahrtspflege NRW
Die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW fördert das Modellprojekt.
Mehr zur Stiftung
Zur Startseite www.sw.nrw.de
Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege NRW
Die Landesarbeitsgemeinschaft bringt als Kooperationspartner das Fachwissen und die regionale Arbeitsbasis ihrer Mitgliedsverbände ein.
Zum Grußwort des Vorsitzenden zur Auftaktveranstaltung
Zur Landesarbeitsgemeinschaft www.freiewohlfahrtspflege-nrw.de
Die Beteiligten
Folgende Einrichtungen beteiligen sich zusammen mit dem Papilio e.V. aktiv mit ihren Kindergärten, mit Personal und Know-how an der Durchführung des Modellprojekts:
- Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Westliches Westfalen
- Caritasverband für das Bistum Essen und
Caritasverband für das Erzbistum Paderborn - Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe
- Paritätischer Wohlfahrtsverband NRW
- Prof. Dr. Herbert Scheithauer vom Fachbereich Entwicklungswissenschaften und Angewandte Entwicklungspsychologie der freien Universität Berlin begleitet das Modellprojekt wissenschaftlich und leitet die Prozessevaluation.
- Fachhochschule Dortmund
Studierende der FH werden in die Arbeit einbezogen, um sowohl Praxis als auch wissenschaftliches Arbeiten kennenzulernen.
Der Beirat
Der Beirat unterstützt das Projekt mit seiner Expertise und Erfahrung. Mitglieder des Beirats sind:
- Landesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände (LAG)
- Landschaftsverband Rheinland (LVR)
- Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW (MFKJKS)
- BARMER GEK - seit 2006 Förderer von Papilio in NRW und anderen Bundesländern
- Institut für soziale Arbeit Münster (ISA)
- Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Westliches Westfalen
- Caritasverband für das Bistum Essen und Caritasverband für das Erzbistum Paderborn
- Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.

Projektablauf
2009/2010 lief die Vorimplementierungsphase, in der fachliche Fragen geklärt, die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern abgesprochen und die beteiligten Kindergärten ausgewählt wurden.
Seit Oktober 2010 läuft die Hauptimplementierungsphase.
Eine der ersten Aufgaben im Projekt war die Trainerinnen-Fortbildung. Zwei Trainerinnen wurden von den Wohlfahrtsverbänden AWO und Caritas speziell für das Projekt angestellt. Die dritte Trainerin (Diakonisches Werk), bildet schon seit drei Jahren ErzieherInnen in Papilio fort und erweiterte ihre Tätigkeit auf das Modellprojekt.
Die drei Trainerinnen bilden 144 ErzieherInnen aus rund 20 Einrichtungen in betroffenen Stadtteilen zu Papilio fort. Die ersten Fortbildungen liefen im Februar 2011 an. Die ErzieherInnen erhalten die standardisierte Fortbildung mit den entsprechenden Materialien.
Für die Studie bearbeiten die ErzieherInnen die speziell für dieses Projekt entwickelten Fragebögen und erklären sich bereit, Hospitationen in ihren Einrichtungen zu ermöglichen. Auch die Trainerinnen bearbeiten Fragebögen. Die Antworten sollen wichtige Erkenntnisse über die Fortbildung und die Umsetzung aus verschiedenen Blickwinkeln liefern.
Geplante Laufzeit des Projekts ist bis September 2013.
Kontakt zur Projektbetreuerin
Andrea Ollig
Telefon 0201 81028-129
Weitere Informationen
Papilio in NRW
Stiftung Wohlfahrtspflege NRW
