Grußwort
anlässlich der Auftaktveranstaltung des Projekts "Papilio" am 1. Juli 2011
Sehr geehrte Frau Ministerin,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
als Vertreterin der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW begrüße ich Sie alle sehr herzlich und freue mich, an der heutigen Auftaktveranstaltung teilnehmen zu können.
Ich darf Ihnen versichern, dass es dem Stiftungsrat ein besonderes Anliegen war, dieses Projekt als Modell mit einem siebenstelligen Betrag, das entspricht 90 % der Kosten, zu fördern.
Kinder sind unsere Zukunft!
Sie kennen alle diese Feststellung. Aber viele Kinder in unserer Gesellschaft sind sozial benachteiligt und haben ungünstige Startbedingungen: Die Probleme sind vielschichtig: Armut, Wohnungsprobleme, Arbeitslosigkeit, Eheprobleme, häusliche Gewalt. Diese Kinder haben ein erhöhtes Risiko, dass sie ausgegrenzt werden und dass sie Verhaltensstörungen entwickeln, die sich zu psychischen Störungen bis hin zu einer seelischen Behinderung verfestigen können.
Diese Erkenntnisse haben Sie als Papilio e.V. aufgegriffen und hierzu ein pädagogisches Programm entwickelt - zu dem, was wir hier heute sehen und hören.
Papilio ist ein Kindergartenprogramm und hier in NRW speziell abgestimmt auf benachteiligte Kinder. Papilio ist ein Programm zur Primärprävention von Verhaltensproblemen und zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen.
Das Programm trägt dazu bei, dass Kinder hier die Unterstützung bekommen, sich psycho-sozial gesund zu entwickeln, um mit den auf sie zukommenden Anforderungen - z.B. die Zeit des Schuleintritts - besser zurecht zu kommen. Einfach gesagt: Kinder lernen hier entscheidende Verhaltensweisen, die sie später stark und selbstbewusst machen.
Diese Kinder bei einem guten Start in das Leben zu unterstützen ist ein besonderes Anliegen der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW.
Lassen Sie mich an dieser Stelle einige Worte zur Stiftung sagen:
Die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW ist eine Parlamentsstiftung des Landes NRW und besteht fast 40 Jahre. Der Stiftung stehen im Jahr 25 Millionen Euro zur Verfügung, die Projekten zugute kommen, die der Integration und der nachhaltigen Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderung, alter Menschen sowie benachteiligter Kinder dienen. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung mit mehr als einer halben Milliarde Euro ca. 6.000 soziale Projekte gefördert.
Mit der Stiftung setzt das Land NRW über seine Pflichtaufgaben hinaus einen sozialpolitischen Akzent. Ohne diese Stiftung wäre manche Initiative in NRW nicht möglich gewesen und auch später in der Breite nicht umgesetzt worden.
Sie hat in den vergangenen Jahrzehnten häufig eine Schrittmacher-Funktion gehabt, wenn es darum ging, sozial- und gesellschaftspolitisch wichtige Themenstellungen aufzugreifen und beherzt anzufassen.
So fördert die Stiftung seit jeher vorrangig Projekte, die ein hohes Maß an Innovation aufweisen.
Deshalb sind wir als Stiftung von diesem wichtigen Angebot des Papilio Konzeptes überzeugt: Weil:
Es erfolgt eine Erprobung im sozialen und pädagogischen Bereich von Kindertagesstätten in schwierigen Stadtteilen bzw. solchen, die überwiegend von Kindern aus sozialen Schichten mit multipler Problemlage frequentiert werden. Es geht also ganz konkret um die Förderung benachteiligter Kinder zu einem frühest möglichen Zeitpunkt, in dem wichtige Weichenstellungen für die Persönlichkeitsentwicklung gestellt werden.
Darüber hinaus wird die Nachhaltigkeit gewährleistet: In der 3-jährigen Projektphase wird Papilio jeweils in allen Gruppen der beteiligten Kindertagesstätten implementiert, d.h. in 19 Kindertagesstätten werden 144 Erzieherinnen fortgebildet und zertifiziert. Da die Freien Wohlfahrtsverbände Träger der Kindertagesstätten sind, ist die weitere Expansion von Papilio über die beteiligten Projekteinrichtungen hinaus zu erwarten.
Papilio als Programm ist also breit angelegt, kann in alle Kindertagesstätten in NRW übertragen und dauerhaft umgesetzt werden.
Wir hoffen, das dieses Konzept und Angebot integraler Bestandteil des Kindergartenalltags wird, damit auch benachteiligte Kinder gestärkt in die Zukunft gehen können.
Dazu wünsche ich Ihnen viel Erfolg bei der Umsetzung.
Petra Grobusch
Geschäftsführender Vorstand Stiftung Wohlfahrtspflege NRW